Stand: 18.05.2018 16:45 Uhr

Lies lässt Cuxhavener Wölfe besendern

Im Landkreis Cuxhaven haben Wölfe in den vergangenen Wochen immer wieder Rinder und Schafe gerissen. Umweltminister Olaf Lies (SPD) will das dortige Wolfsrudel deshalb mit Sendern ausstatten lassen, um die Tiere zu beobachten und "gegebenenfalls auch notwendige Managementmaßnahmen einzuleiten". Weidetierbestände mit wolfsabweisenden Zäunen zu sichern, genüge im Landkreis Cuxhaven nicht, erklärte der Minister: "Das allein bietet angesichts der regionalen Besonderheit wie zum Beispiel der Deiche keinen ausreichenden Schutz vor Nutztierrissen."

Schon im Januar angekündigt

Wie groß das betroffene Rudel derzeit ist, konnte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage von NDR.de nicht genau sagen. Sie schätzt die Zahl der Wölfe auf fünf. Im Herbst 2017 hatten die Cuxhavener Wölfe wegen zahlreicher Tierrisse bereits für großes Aufsehen in der Region gesorgt. Der zuständige Wolfsberater Hermann Kück machte fünf elternlose Jungtiere für einen großen Teil der Angriffe verantwortlich. Er plädierte dafür, die Tiere zu töten. Umweltminister Lies will zunächst mithilfe der Sender Bewegungsprofile der Wölfe erstellen lassen, um eventuell auffälliges Verhalten festzustellen. Bereits im Januar hatte er die Besenderung des Cuxhavener Rudels angekündigt. Warum dieser Plan erst jetzt umgesetzt wird, teilte das Ministerium nicht mit.

Fangen, betäuben, besendern

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Der erste in Niedersachsen besenderte Wolf war "MT6", Spitzname "Kurti" - hier eine Aufnahme aus einer Fotofalle.

Den Auftrag zur Besenderung hat Lies an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gegeben. Dieser arbeitet mit wildbiologischen Fachleuten zusammen. Die gesammelten Daten sollen Grundlage für ein verbessertes Wolfsmanagement sein. Wilden Tieren einen Peilsender zu verpassen, ist allerdings nicht ganz einfach. Der erste besenderte Wolf in Niedersachsen war der inzwischen getötete "MT6", besser bekannt als "Kurti": Er wurde in einer Käfigfalle gefangen und mit einem Betäubungspfeil ruhig gestellt. Dann wurde ihm ein Halsband mit einem GPS-Sender umgelegt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 18.05.2018 | 15:30 Uhr

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