Stand: 17.07.2018 08:07 Uhr

Landwirt schafft 45 Hektar großes Bienenparadies

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Im Landkreis Wesermarsch hat Landwirt Christoph Geil ein kleines Bienenparadies geschaffen (Themenbild).

Umweltschützer warnen seit Langem vor dem Insektensterben und den befürchteten dramatischen Auswirkungen. Das Land Niedersachsen versucht unter anderem mit Millioneninvestition gegenzusteuern. Dass es auch im kleinen Rahmen geht, beweist ein Biolandwirt aus Butjadingen (Landkreis Wesermarsch): Christoph Geil hat dort insgesamt 45 Hektar Brachland und Randstreifen in bienenfreundliche Blühflächen verwandelt.

Imker unterstützt den Landwirt

Begonnen hat der 30-Jährige damit vor drei Jahren. "Ich bin davon überzeugt, dass es auch für eine moderne Landwirtschaft wichtig ist, Umweltschutz zu machen und in dem Fall auch Insektenschutz", sagte er dem NDR. Insbesondere Flächen, die sich als nicht besonders ertragreich entpuppt haben, hat er in Bienen- und Insektenweiden umgewandelt. Der Landwirt, der eigentlich Angus-Rinder züchtet und für diese auch Futter selbst erzeugt, hat dies nicht nach Gutdünken gemacht, sondern holte sich Hilfe von einem Fachmann: Imker Henning Wessels unterstützt und berät seitdem den Landwirt.

Bienen profitieren doppelt

Der Imker sieht den Landwirten als idealen Partner. Wessels verweist darauf, das Bienen doppelt profitieren würden, weil sie auf den Flächen des Landwirtes neben Nektar als Nahrung auch die Pollen der Pflanzen für ihre Brut nutzen könnten. Der Imker betont, dass es ihm dabei nicht nur um die Völker seiner Zuchtbienen gehe. Auch die vielen wilden Verwandten, bei denen der Schwund in den vergangenen Jahren dramatisch gewesen sei, würden profitieren, sagt Wessels.

Hohe Vielfalt, geringe Entfernungen

Beim Anlegen der Bienen- und Insektenweiden hat der Landwirt zwei Hauptregeln angewendet. Damit die Wildbienen über einen längeren Zeitraum ein Angebot an Blüten haben, setzt Geil zum einen auf eine große Pflanzenvielfalt. Zudem hat er darauf geachtet, dass die Bienen- und Insektenweiden nicht weiter als maximal zwei Kilometer voneinander entfernt liegen, "damit die Insekten von einer Bienenweide zur nächsten fliegen können", so der Landwirt. Jeder Hektar für Bienen und Insekten sei etwas Gutes, sagt Geil.

Fördergelder vom Land und der EU

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Darüber hinaus wird der Bauer für seinen Natureinsatz auch entlohnt. Die EU und das Land Niedersachsen fördern die Unterstützung von Bienen und Insekten. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen können pro Hektar knapp 1.000 Euro an Prämien erreicht werden. Dafür müssen aber Bedingungen, wie eine artenreiche Mischung an Blühpflanzen und eine Kooperation mit einem Imker, erfüllt werden. Landwirt Geil ist auch längst nicht der einzige, der sein Herz für Bienen entdeckt hat. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums nehmen 3.150 Betriebe an geförderten Projekten teil. Insgesamt würden 15.000 Hektar Blühstreifen für die Erhaltung der Artenvielfalt genutzt, wie das Ministerium Anfang Juli mitteilte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 17.07.2018 | 06:20 Uhr

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