Stand: 11.09.2020 17:01 Uhr

Land will Meyer Werft mit 20 Millionen Euro helfen

Arbeiter der Meyer Werft bei der Ausfahrt der Celebrity Silhouette am 30. Juni 2011  Foto: Ingo Wagner
Das Land fordert im Gegenzug für finanzielle Hilfen den Erhalt von Arbeitsplätzen bei der Meyer Werft. (Themenbild)

Die Corona-Pandemie hat die zuvor wirtschaftlich erfolgreiche Meyer Werft in Papenburg gehörig in Schieflage gebracht: Neue Aufträge fehlen, Reedereien zögern die Zahlung für fertige Schiffe hinaus. Um die Krise zu überstehen, muss die Werft in den kommenden fünf Jahren 1,3 Milliarden Euro einsparen. Das Land Niedersachsen hat jetzt finanzielle Unterstützung in Höhe von 20 Millionen Euro angekündigt. Im Gegenzug soll die Meyer Werft vertraglich eine Garantie für den Standort Papenburg geben.

Papenburger Hafen soll ausgebaggert werden

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) stellte das Hilfspaket am Freitag bei einem runden Tisch mit Werft, Gewerkschaften und Regionalpolitikern vor. Der größte Teil des Geldes wird demnach in den Papenburger Hafen fließen, der mit Landesmitteln für einen zweistelligen Millionenbetrag ausgebaggert werden soll. Mit sieben Millionen Euro will das Land innovative Projekte der Werft fördern. Damit sollen zum Beispiel umweltfreundliche Antriebssysteme für Kreuzfahrtschiffe weiterentwickelt werden.

Entlastung bei Kosten für Schiffs-Überführungen

Darüber hinaus will sich das Land an den Kosten für die Ems-Passagen der Kreuzfahrtschiffe beteiligen, indem es etwas Gebühren für das Emssperrwerk und Lotsenschiffe übernimmt. In Gesprächen mit dem Umweltministerium wird laut Althusmann erörtert, ob Stromleitungen für die Schiffe höher gelegt werden können.

Althusmann fordert Erhalt von Arbeitsplätzen

Als Gegenzug für die finanzielle Unterstützung forderte Althusmann, trotz der Krise "möglichst viele Arbeitsplätze auf der Werft zu erhalten und den Menschen in der Region weiterhin eine Perspektive zu geben". Werft-Chef Bernard Meyer machte allerdings erneut deutlich, dass das Unternehmen mangels neuer Aufträge schrumpfen müsse. Zu einem möglichen Stellenabbau wollte er am Freitag keine Zahlen nennen. Bis zum 31. Dezember des Jahres sind 3.600 Mitarbeiter der Stammbelegschaft in Kurzarbeit. Zeitweise galt bei der Werft ein Produktionsstopp.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.09.2020 | 18:00 Uhr

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