Stand: 30.05.2018 19:54 Uhr

Krabbenfischer: Existenzangst wegen EU-Verordnung

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Auch für Krabbenfischer gilt ab Ende des Jahres, dass sie alle gefangenen Fische an Land bringen und sortieren müssen. (Archivbild)

Die niedersächsischen Krabbenfischer fürchten um ihre Existenz. Der Grund ist die seit Langem geltende EU-Beifangverordnung, die nun auch sie zum Jahresende beachten müssen. Bislang gelten Ausnahmen. Die Verordnung beinhaltet, dass alle Fische, die im Netz landen, mit an Land gebracht und sortiert werden müssen.

Große Fische gehen gar nicht ins Netz

Das Sortieren sei ein Mehraufwand, durch den sich die ganze Krabbenfischerei nicht mehr rechnen würde, erklären Vertreter des Deutschen Fischereiverbandes. Phillip Oberdörfer, der Geschäftsführer der größten niedersächsischen Krabbenfischer-Erzeugergemeinschaft in Cuxhaven, findet die Auflage "absolut unsinnig". Er verweist auf sogenannte Siebnetze, die auf den Krabbenkuttern eingesetzt würden. Große Fische, wie Wittling oder Kabeljau, gingen den Krabbenfischern gar nicht erst ins Netz, sagte er NDR 1 Niedersachsen. Mit den Krabben landeten höchstens ein paar briefmarkengroße Schollen an Deck, die von den Fischern - soweit möglich - wieder zurück in die Nordsee geworfen würden. Würden sie an Land gebracht, landeten sie wahrscheinlich im Fischmehl, so Oberdörfer.

Ausnahmen für Krabbenfischer verlängern?

Auch Birgit Honé (SPD), niedersächsische Ministerin für Europaangelegenheiten, hält es für möglich, dass die Europäische Kommission die Details der Krabbenfischerei nicht kennt. Krabbenfischer-Geschäftsführer Oberdörfer und der Deutsche Fischereiverband fordern, die bisherigen Ausnahmen für die Krabbenfischer zu verlängern.

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Aktuell | 30.05.2018 | 08:00 Uhr

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