Stand: 14.01.2020 21:59 Uhr

Klitschko-Affäre: Anklage gegen EWE-Vorstand

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Anklage wegen Untreue gegen den ehemaligen EWE-Vorstand Matthias Brückmann und gegen ein namentlich nicht genanntes aktives Vorstandsmitglied des Energieversorgers erhoben. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Die beiden Männer sollen im Oktober 2016 aus dem Vermögen der EWE eine Spende für die Klitschko-Foundation in Kiew in Höhe von 253.000 Euro veranlasst haben, obwohl sie gewusst hätten, dass diese Spende gegen die Konzernregeln verstoße.

Weitere Vorwürfe gegen Brückmann

Dem ehemaligen Vorstand Brückmann wirft die Staatsanwaltschaft darüber hinaus vor, privat befreundete Mitglieder eines Vereins nach Oldenburg zu einem mehrtätigen Besuch auf Kosten der EWE eingeladen zu haben. In einem anderen Fall soll er mit privaten Gästen einen Opernball in Oldenburg besucht haben. Insgesamt soll der EWE dadurch ein Schaden von rund 18.000 Euro entstanden sein. Über die Eröffnung des Verfahrens muss nun die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Oldenburg entscheiden.

EWE sieht keinen Grund für Freistellung

Die EWE reagierte zurückhaltend. Auf Anfrage von NDR 1 Niedersachsen teilte Aufsichtsratschef Bernhard Bramlage schriftlich mit, dass man die Anklage zur Kenntnis genommen habe und den Entscheidungen des Landgerichts entgegensehe. "Die EWE AG hat den Sachverhalt um die Spende umfassend durch einen externen Prüfer untersuchen lassen, die Feststellungen bewertet und in die Entscheidungen über notwendige Konsequenzen einbezogen", so Bramlage. Konkret heißt das: Brückmann wurde bereits 2017 fristlos entlassen. Der zweite Beschuldigte ist jedoch weiterhin im Amt. Der Aufsichtsrat sieht trotz der Anklage offenbar keinen Grund, ihn freizustellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.01.2020 | 13:00 Uhr

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