Stand: 19.05.2019 08:29 Uhr

K.O.-Tropfen-Kampagne: Kaum Plakate aufgehängt

"Lass Dich nicht K.O.-Tropfen!" Unter diesem Motto wollte die Stadt Oldenburg auf die Gefahren sogenannter K.O.-Tropfen aufmerksam machen. Im vergangenen Jahr startete das Gleichstellungsbüro eine Kampagne - offenbar aber mit mäßigem Erfolg. "Das Gleichstellungsbüro hat die Plakate zwar großflächig verteilt, sie sind aber nur an wenigen Orten tatsächlich aufgehängt worden", so Pressesprecher Stephan Onnen auf Nachfrage von NDR.de. "Unsere Initiatorinnen interpretieren es so, dass die Gastronomie sich mit dem Thema schwer tut und nicht in falschen Verdacht geraten will." Auf den Internetseiten der Stadt sei das Thema nach wie vor platziert, den Erfolg der Kampagne zu bemessen, sei aber schwer, so Onnen. Zum nächsten Stadtfest Ende August solle noch einmal ein Versuch gestartet werden.

Tropfen machen Menschen leicht zu Opfern

Immer wieder warnt die Polizei vor sogenannten K.O.-Tropfen. Wer diese ins Getränk bekommt, hat ein Problem: Die Tropfen riechen und schmecken nicht und machen Menschen leicht zu Opfern. Wenige Tropfen enthemmen, einige mehr machen bewusstlos und eine gewisse Menge kann sogar tödlich sein. Nach Angaben der Polizei ist die Dunkelziffer von Straftaten im Zusammenhang mit K.O Tropfen hoch. Die Stadt Oldenburg hatte das Thema aufgegriffen, um Partygänger zu sensibilisieren.

Viele Opfer schämen sich und schweigen

Besonders Frauen seien gefährdet, sagte die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Oldenburgs, Renate Vossler, zum Beginn der Kampagne. Häufig würden Frauen nach der Einnahme solcher Substanzen sexuell missbraucht. Die Opfer schämten sich und hätten Angst, nicht ernst genommen zu werden, weil die Tropfen schwer im Körper nachzuweisen sind. Der wichtigste Tipp: In Diskotheken und Kneipen sollten sowohl Frauen als auch Männer Getränke nicht aus den Augen lassen und gegenseitig auf sich Acht geben.

Weitere Informationen

K.o.-Tropfen - Die Gefahr im Nachtleben

Gamma-Hydroxy-Buttersäure, kurz GHB, wirkt einschläfernd - und wird in Form von K.o.-Tropfen missbraucht. Die strafrechtliche Verfolgung ist schwierig. Opfer sollten schnellstens zum Arzt. (27.08.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.06.2018 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

04:37
Hallo Niedersachsen
02:06
Hallo Niedersachsen
03:02
Hallo Niedersachsen