Stand: 30.07.2020 13:34 Uhr

Juist: Rettungshubschrauber braucht acht Stunden

Ein Hubschrauber der Luftrettung im Einsatz. © NordwestMedia TV
Der Helikopter ist in Notfällen eigentlich die schnellste Rettung für die Menschen auf den Nordseeinseln. (Themenbild)

Acht Stunden hat ein Mann auf der Nordseeinsel Juist auf die Ankunft eines Rettungshubschraubers warten müssen. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen am Donnerstag. Der ältere Patient hätte Fieber und Atemnot gehabt, sagt der Juister Arzt Paul Okot-Opiro. Er forderte den Rettungshubschrauber an, weil er den Verdacht hatte, der Patient sei am Corona-Virus erkrankt. Die Symptome hätten dafürgesprochen.

Nicht jeder Hubschrauber ist Corona-geeignet

Damit habe das Problem angefangen, sagt Tomke Albers, Chef der verantwortlichen Leitstelle Ostfriesland in Wittmund. Nicht jeder Rettungshubschrauber dürfe Covid-19-Verdachtsfälle transportieren. Es seien fliegende Intensivstationen, die nach so einem Einsatz erst einmal abgemeldet und desinfiziert werden müssten, sagt Albers.

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Andere Fälle wurden vorgezogen

Insgesamt gebe es derzeit zwei Maschinen, die dafür geeignet wären. Beide waren an diesem Tag im Dauereinsatz. Die Leitstelle hat nach Angaben von Albers im Radius von 400 Kilometern versucht, einen geeigneten Hubschrauber anzufordern. Der Mann sei zwar schwer erkrankt gewesen, im Gegensatz zu anderen Patienten war sein Zustand noch stabil, erklärte der Leitstellen-Leiter. Deshalb hätte sich der Einsatz noch einmal verzögert - weil andere Fälle vorgezogen wurden.

Der Fall hat Folgen: Offenbar wurde Anzeige erstattet, die Polizei wollte sich aber bisher zu Details nicht äußern, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.07.2020 | 12:00 Uhr

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