Stand: 09.11.2019 17:56 Uhr

Job-Abbau: Enercon plant Gespräche mit Politikern

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Enercon macht für die Unternehmensverluste die Energiepolitik der Bundesregierung verantwortlich.

Nach der Ankündigung von massivem Stellenabbau beim Windkraft-Anlagenbauer Enercon wollen das Unternehmen und die Politik eigenen Angaben zufolge gemeinsam nach Auswegen aus der Krise suchen. Kommende Woche seien dazu Gespräche mit der Landes- und Bundespolitik geplant, sagte ein Enercon-Sprecher am Sonnabend in Aurich. Allein an dem Standort in Ostfriesland sollen 1.500 Jobs gestrichen werden, noch einmal so viele in Magdeburg. Das hatte Enercon am Freitag auf einer Betriebsversammlung angekündigt.

Blick auf einen Enercon-Mitarbeiter in der Produktionshalle. Er trägt eine gelbe Warnweste und hockt in einem Windradkorpus.

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Der Windkraftanlagenbauer Enercon muss sich der nächsten Radikalkur unterziehen: Bis zu 3.000 Jobs fallen weg. Wie konnte das passieren? Energieminister Olaf Lies im Gespräch.

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Aurich verliert allein 300 Jobs in Verwaltung

Allein bei der zentralen Verwaltung in Aurich stehen bis zu 300 Arbeitsplätze auf der Kippe, sagte Enercon-Sprecher Felix Rehwald am Sonnabend. Der genaue Umfang an den einzelnen Standorten und die Auswirkungen auf die Lieferketten seien noch nicht abzusehen. Der Abbau betreffe neben dem eigenen Unternehmen Produktionspartner, sagte der Sprecher. Auch Zulieferer, Handwerksbetriebe und regionale Zeitarbeitsfirmen bekämen die Folgen zu spüren.

Enercon macht Energiepolitik für Verlust verantwortlich

Enercon-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig hatte den Stellenabbau mit der Energiepolitik der Bundesregierung begründet, die zu einem Einbruch des Markts für Windenergie an Land geführt habe. Das Unternehmen habe 2018 erstmals ein Minus gemacht und einen Verlust von 200 Millionen Euro geschrieben, so Enercon-Sprecher Rehwald. Für das laufende Jahr werde ein noch höherer Verlust erwartet. Deutschlandweit habe das Unternehmen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres nur 65 Windkraftanlagen errichtet, 2017 seien es noch 711 gewesen.

800 Stellen im vergangenen Jahr abgebaut

Bereits im vergangenen Jahr waren Zulieferbetriebe von Enercon geschlossen und mehr als 800 Stellen gestrichen worden. Enercon hatte diesen Schritt mit mangelnden Aufträgen aufgrund der Krise in der Windenergie begründet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 10.11.2019 | 08:00 Uhr

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