Stand: 25.11.2018 14:47 Uhr

Immer mehr Briten in Ostfriesland werden Deutsche

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Der Landkreis Wittmund hat alle dort lebenden Briten über die doppelte Staatsbürgerschaft informiert.

Der ostfriesische Landkreis Wittmund sorgt sich um das Wohl seiner britischen Mitbürger: Wegen des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU hat die dortige Ausländerbehörde seit dem Sommer alle in ihrem Einzugsbereich lebenden Britinnen und Briten angeschrieben. In dem Schreiben macht sie auf mögliche Folgen des Brexit aufmerksam und informiert über eine mögliche doppelte Staatsbürgerschaft.

Bislang hat die Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt

"Von den 21 Britinnen und Briten, die im Landkreis Wittmund leben, haben sich mittlerweile 80 Prozent auf den Brief zurückgemeldet", sagte Michael Ihnen von der Ausländerbehörde NDR 1 Niedersachsen. Ein Viertel von ihnen habe sich aus Angst vor den Folgen des Brexit bereits eingebürgern lassen, weitere 25 Prozent hätten Anträge gestellt. Sie alle behalten ihren britischen Pass, bekommen aber auch einen deutschen Pass: Damit sind sie weiterhin EU-Bürger mit allen Rechten, wie Reisefreiheit, Arbeitserlaubnis und Aufenthaltsrecht.

Chance auf Einbürgerung auch nach Ablauf der Frist

Die niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Birgit Honé (SPD), hat ebenfalls an die im Land lebenden Briten appelliert, möglichst schnell einen Antrag auf doppelte Staatsbürgerschaft zu stellen. Eine Initiative wie die des Landkreises Wittmund ist in Niedersachsen dennoch bislang die Ausnahme. Er hat in seinem Anschreiben zwar eine Frist bis Ende November gesetzt. "Aber auch wer danach kommt, bekommt noch die Chance, eingebürgert zu werden", versicherte Michael Ihnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.11.2018 | 12:00 Uhr

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