Stand: 15.09.2018 13:32 Uhr

IG Metall demonstriert gegen Jobabbau bei Enercon

In Aurich haben Sonnabend Vormittag Hunderte Menschen gegen die geplanten Entlassungen bei Zulieferern des Windkraftanlagen-Hersteller Enercon protestiert. 500 Teilnehmer waren es laut Veranstalter, die Polizei spricht von 300 Demonstranten. Enercon will Verträge mit Zulieferern reduzieren und bundesweit 835 Stellen streichen. Grund seien rückläufige Aufträge. Die IG Metall fordert von Enercon, endlich an Krisen-Gesprächen mit der niedersächsischen Landesregierung und mit der Gewerkschaft teilzunehmen.

"Unglücklicher kann ein Unternehmen nicht mehr reagieren"

Einem Treffen mit Betriebsräten, Gewerkschaftern und Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) war die Geschäftsführung im August ferngeblieben. Selbst zu einem Krisengespräch mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) reiste keiner aus der Geschäftsführung. "Unglücklicher kann ein Unternehmen nicht mehr reagieren", sagte Landesumweltminister Olaf Lies (SPD), der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, dem NDR. Diese "Form der Verweigerungshaltung" habe eine Grenze erreicht. Enercon begründete sein Fernbleiben damit, dass das Unternehmen nicht Arbeitgeber, sondern lediglich Auftraggeber sei.

Weil und Althusmann kritisieren Enercon

Doch die Betriebe arbeiten exklusiv für Enercon. Ministerpräsident Stephan Weil sagte im August, es sei nicht akzeptabel, dass die Geschäftsführung die betroffenen Geschäftsbereiche als Zulieferbetriebe behandle. Wirtschaftsminister Althusmann sagte ebenfalls im August, dass die Auricher Firma in den vergangenen Jahren vom Land rund fünf Millionen Euro Fördergeld bekommen habe. Darum erwarte er, dass die Geschäftsleitung sich an der Lösungsfindung beteilige.

IG Metall befürchtet noch mehr Jobverluste

Auch die Gewerkschaft fordert vom Unternehmen Engagement: "Durch staatliche Unterstützung hat es das Unternehmen zu Reichtum gebracht. Jetzt muss es auch etwas für die Beschäftigten tun", sagte der Geschäftsführer der IG Metall Leer-Papenburg, Thomas Gelder, am Sonnabend. "Das Mindeste sind gut ausgestattete Sozialpläne und Transfergesellschaften, die den Beschäftigten eine Perspektive bieten." Es gebe sogar Hinweise, dass Hunderte weitere Stellen gestrichen werden sollen, sagte Gelder. "Um gegenzusteuern, müssen Unternehmen, Landesregierung und IG Metall gemeinsam handeln."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.09.2018 | 13:00 Uhr

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