Stand: 17.07.2019 16:29 Uhr

Hat Hitler-Gruß-Affäre Folgen für Bürgermeister?

Die Hitler-Gruß-Affäre auf Langeoog hat möglicherweise ernste Folgen für den scheidenden Bürgermeister Uwe Garrels (parteilos). Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Gegen ihn liegt demnach eine Dienstaufsichtsbeschwerde vor, unter anderem, weil er den bei der Gemeinde beschäftigten beschuldigten Tourismusmanager nicht freigestellt hat. Unterdessen fürchtet die örtliche Chefin des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Birgit Kolb-Binder, einen Imageschaden für die ostfriesische Insel.

Das Rathaus von Langeoog

Langeoog: Hiltler-Gruß-Affäre schlägt Wellen

Hallo Niedersachsen -

Hat die Hitler-Gruß-Affäre Folgen für Langeoogs Bürgermeister? Gegen ihn liegt eine Dienstaufsichtsbeschwerde vor. Der Vorwurf: Er hätte den Beschuldigten freistellen müssen.

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Hitler-Gruß, Sexismus, Untreue

Die dreieinhalbseitige Dienstaufsichtsbeschwerde, die ein ehemaliger Tourismusmanager beim Landkreis Wittmund eingereicht hat, liegt dem NDR vor. Es geht darin nicht nur um den Gemeindemitarbeiter, der den Hitler-Gruß gezeigt haben soll, sondern auch um sexistische Sprüche, Untreue-Vorwürfe und um den Schwimmbad-Bau, der eine Million Euro teurer wurde, als geplant, weil es keine Kostenkontrolle gegeben haben soll. Darüber sei der Bürgermeister informiert gewesen. Er habe aber keine Konsequenzen gezogen.

Garrels: "Vorwürfe aus der Luft gegriffen"

Der Vorsitzende des Langeooger Gemeinderats, Rainer Adelmund (SPD), sagte nach einer Sitzung des Gremiums, man werde die Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister Garrels weiter verfolgen. Würde das zu einem Disziplinarverfahren führen, könnte es ihn schlimmstenfalls das Amt kosten. Garrels sagte, dass viele Vorwürfe in der Dienstaufsichtsbeschwerde aus der Luft gegriffen seien. Seine Amtszeit endet in dreieinhalb Monaten.

Gemeindemitarbeiter sieht sich als Opfer

Der beschuldigte 42-jährige Gemeindemitarbeiter hatte Mitte Juli seinen Austritt aus der SPD erklärt. In einer Erklärung hatte er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritten. In dem dem NDR vorliegenden Austrittsschreiben erhob er seinerseits Vorwürfe. Er sei Opfer einer Kampagne - inszeniert unter anderem von Wittmunder SPD-Kreisverbandsmitgliedern, ehemaligen Arbeitskollegen und der Presse. SPD-Bezirkschefin Johanne Modder hatte erleichtert auf den Austritt reagiert.

Staatsanwaltschaft Aurich ermittelt gegen 42-Jährigen

Der 42-Jährige, der stellvertretender SPD-Vorsitzender auf Langeoog war, soll bei verschiedenen Anlässen den Hitler-Gruß gezeigt und "Sieg Heil" gerufen haben. Die Staatsanwaltschaft Aurich ermittelt in dem Fall. Das Zeigen des Hitler-Grußes ist nach Paragraf 86a des Strafgesetzbuches (das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) sowie Paragraf 130 (Volksverhetzung) unter Strafe gestellt.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.07.2019 | 10:00 Uhr