Stand: 29.11.2018 07:48 Uhr

Griff Wolf erstmals Menschen in Niedersachsen an?

Es wäre der erste Angriff eines Wolfes auf einen Menschen in Niedersachsen, seit die Wildtiere zurückgekehrt sind: Am Dienstagvormittag ist ein 55-jähriger Gemeindemitarbeiter nach eigenen Angaben bei Arbeiten an einem Friedhof in Steinfeld (Landkreis Rotenburg) von einem Wolf in die Hand gebissen worden. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Dazu hätten drei weitere Wölfe die Szene beobachtet. Der Mann habe die vier Tiere vertreiben können.

Die Expertin im Studio.

Friedhofsmitarbeiter von Wolf gebissen?

Hallo Niedersachsen -

Im Landkreis Rotenburg ist ein Friedhofsmitarbeiter möglicherweise von einem Wolf gebissen worden. NDR Reporterin Christina Gerlach im Studiogespräch bei Hallo Niedersachsen.

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DNA-Ergebnis wohl erst kommende Woche

Passiert sein soll das Ganze während der Arbeit an einem Zaun: Der Mann gab laut Polizei an, dass er mit seiner Hand hinter sich gefasst habe. Dabei habe er bemerkt, dass diese festgehalten wurde. Als er sich umblickte, sah er den Wolf, der nach seiner Hand schnappte, so die Polizei weiter. Das niedersächsische Umweltministerium bestätigte den Vorfall - allerdings sei noch unklar, ob es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf gehandelt habe. "Es wurden Tier-Haarproben, der Pullover des Melders und der Hammer, mit dem der mutmaßliche Wolf abgewehrt wurde, sichergestellt. Die Proben sollen jetzt einer DNA-Analyse unterzogen und als Eilprobe beauftragt werden. Erste Ergebnisse werden nächste Woche erwartet", teilte das Ministerium am Mittwochabend mit.

Ministerium: Wenn es ein Wolf war, muss Tier getötet werden

Sollte sich durch die entnommenen DNA-Proben bestätigen, dass es sich tatsächlich um einen Wolfsbiss handele, müsse das Tier im Rahmen der Gefahrenabwehr so schnell wie möglich getötet werden. Für diesen Fall habe das Ministerium bereits auf Leitungsebene Kontakt mit dem Innenministerium aufgenommen, hieß es weiter. Im Umweltministerium habe man am Mittwochnachmittag von dem Vorfall erfahren.

"Kann Hunde von Wölfen unterscheiden"

Tarmstedts Samtgemeindebürgermeister Frank Holle (CDU) bestätigte der "Kreiszeitung", dass den Ausführungen des Mannes zu glauben sei. "Er kennt sich mit Tieren aus und kann Hunde von Wölfen unterscheiden", so Holle gegenüber der Zeitung. Bislang sei seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland noch keine Verletzung eines Menschen durch diese Tiere dokumentiert worden, sagte Roland Gramling von der Umweltstiftung WWF. "Man muss das in jedem Fall ernst nehmen, egal ob es ein Wolfsrudel oder eine Hundemeute war."

Weitere Informationen

Dossier: Wölfe in Niedersachsen

Lange waren sie hier ausgestorben, inzwischen sind sie zurück in Niedersachsen: die Wölfe. Viele Umweltschützer sind begeistert, Landwirte und Weidetierhalter besorgt. Ein Dossier über die Raubtiere. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.11.2018 | 18:00 Uhr

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