Stand: 16.02.2019 11:30 Uhr

"Gorch Fock": Reichen 128 Millionen Euro?

Das Schulschiff der Marine, die "Gorch Fock", läuft unter Segeln über die Kieler Förde zu. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder
Ein Bild aus der guten Zeit: Die "Gorch Fock" in voller Pracht. (Archiv)

Vom Stolz der deutschen Marine zum Problemfall, der in Einzelteile zerlegt an einem Dock bei Bremerhaven auf bessere Zeiten wartet: Die "Gorch Fock" und die immer weiter steigenden Kosten für ihre geplante Sanierung sind seit Wochen Thema. Zunächst waren 10 Millionen Euro für das legendäre Schulschiff eingeplant - dann stieg die Summe von 75 Millionen auf bis zu 135 Millionen Euro. Bis 2019, Stand 2. Januar, sind 69 Millionen Euro ausgegeben. Aber wie geht es nun weiter? Das wollte die Linksfraktion im Bundestag jetzt von der Bundesregierung wissen.

"Noch keine Erkenntnisse"

"Die Kostenobergrenze, die mit der Elsflether Werft AG vereinbart wurde, beläuft sich auf brutto 128 Millionen Euro", heißt es in der Antwort auf die Anfrage. Die Regierung gab allerdings keine Einschätzung zu der Frage ab, ob die Werft sich nach großen Kostensteigerungen in der Lage sieht, die "Gorch Fock" mit dieser Summe auch wieder instandzusetzen. "Nach Ablösung des Vorstands der Elsflether Werft AG liegen hierzu noch keine Erkenntnisse vor", hieß es weiter. Gefragt wurde außerdem, ob die Werft die Kostenobergrenze nachverhandeln will und Berlin dazu bereit wäre. Und: Auch hier wird auf den neuen Vorstand in Elsfleth verwiesen.

Wird Obergrenze wieder gerissen?

Bei Verteidigungspolitiker Matthias Höhn (Die Linke) klingeln da die Alarmglocken. Er glaubt, dass die Obergrenze zur Disposition stehen könnte. "Die Bundesregierung schließt nicht aus, dass die Kostenobergrenze vom neuen Werftvorstand wieder gerissen wird", sagte er. Die Bundestagsausschüsse für Haushalt und Verteidigung wollen am kommenden Donnerstag erneut über die "Gorch Fock" und der Zukunft des Segelschiffes diskutieren. Das Thema wird auch immer mehr zum Problem von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Sie sagte jüngst, die neue Leitung brauche Zeit zur Einarbeitung. Der Aufsichtsrat und der bisherige Vorstand der Elsflether Werft AG waren Ende Januar abberufen worden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 16.02.2019 | 11:00 Uhr

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