Stand: 08.02.2019 22:00 Uhr

"Gorch Fock": IG Metall fordert Weiterbau

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Die Zukunft des Segelschulschiffs "Gorch Fock" ist weiter offen.

Die Sanierung des Segelschulschiffs "Gorch Fock" ist mittlerweile nicht mehr nur ein Problemfall für die Marine und das Verteidigungsministerium, auch die mit der Sanierung beauftragte Werft in Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) ist durch die explodierenden Kosten in Schwierigkeiten geraten. Für das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen könnte die Entscheidung über Weitersanierung oder Neubau zu einem existenziellen Problem werden. Am Freitag hat der Bezirksleiter der IG Metall, Meinhard Geiken, bei einem Werftbesuch an die Politik appelliert, den Weiterbau der "Gorch Fock" zu ermöglichen.

Mitarbeiter der Elsflether Werft mit Schutzhelmen werden interviewt

"Gorch Fock": Werftarbeiter fürchten um Jobs

Hallo Niedersachsen -

Die Arbeiten an der "Gorch Fock" wurden überraschend eingestellt. Die Werftarbeiter in Elsfleth fürchten nun noch mehr um ihre Jobs: Die Traditionswerft ist in Not geraten.

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Gedrückte Stimmung auf der Werft

Die Stimmung auf der Werft sei gedrückt, sagte Betriebsratschef Ralf Templin nach einer Betriebsversammlung. Auf der Werft gehe es um 130 Arbeitsplätze. Er zeigte sich aber optimistisch, dass man das Schiff wieder auf Kurs bekomme. Derzeit würden Zahlen zusammengetragen, um der Marine die endgültigen Kosten vorzulegen, für die man das Segelschulschiff zu einem fixen Termin wieder flott bekomme.

20. Februar Schicksalstag für Dreimast-Bark?

Über die Zukunft der 1958 gebauten Dreimast-Bark werde vermutlich am 20. Februar entschieden, sagte IG-Metall-Vertreter Geiken. Dieser Termin sei auch auf der Betriebsversammlung vom Vorstand genannt worden. Demnach wollen sich an diesem Tag der Verteidigungs- und der Haushaltsausschuss mit der Zukunft der "Gorch Fock" befassen. Das Verteidigungsministerium hat diesen Termin allerdings nicht bestätigt.

Mehr als 600 Jobs hängen an der Sanierung

Nach Aussage von Geiken, sei das Schiff fast fertig. Er könne der Politik nur den Weiterbau empfehlen. Neben den Arbeitsplätzen auf der Werft seien schätzungsweise 500 Jobs bei Zulieferern aus der Region von der Entscheidung betroffen. Geiken warnte, dass bei wegbrechenden Aufträgen dieser Größenordnung die Gefahr von Firmen-Insolvenzen drohe. Die Werft in der Wesermarsch macht rund 80 Prozent ihres Umsatzes mit Aufträgen von der Marine.

Von der Leyen zeigt Mitgefühl

Am Donnerstag hatte sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erneut ein Bild vom Zustand des Segelschulschiffs gemacht. "Mir tut es sehr leid für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die diese Phase der großen Unsicherheit aushalten müssen", so die Ministerin.

Staatsanwaltschaften ermitteln

Im Zusammenhang mit der Kostenexplosion und der sich hinziehenden Sanierung sind weiter viele Fragen offen. Zwei Staatsanwaltschaften - Hamburg und Osnabrück - ermitteln, unter anderem wegen Untreue und Korruptionsverdacht. Die Kosten für die Sanierung der "Gorch Fock" sind von anfangs zehn auf mittlerweile rund 135 Millionen Euro gestiegen.

Weitere Informationen

"Gorch Fock": Von der Leyen will absolute Klarheit

Die Entscheidung über die Zukunft der "Gorch Fock" wird sich wohl noch über Wochen ziehen. Verteidigungsministerin von der Leyen verwies bei einem Ortstermin auf viele offene Fragen. (21.01.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 08.02.2019 | 15:30 Uhr

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