Die "Gorch Fock" beim Ausdocken an der  Bredo-Werft. © NDR

"Gorch Fock": Gericht weist Klage von Bredo Werft ab

Stand: 20.11.2020 10:02 Uhr

Das Landgericht Bremen hat im Streit um Baukosten für die "Gorch Fock" eine Klage der Bredo Werft gegen den Bund abgelehnt. Die Bremerhavener Dockgesellschaft hatte 10,5 Millionen Euro gefordert.

Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms sagte, man werde prüfen, ob das Unternehmen gegen das Urteil in Revision geht. Die Werft hatte die Summe als Subunternehmer vom Bund für Arbeit, Material und Dockkosten des Segelschulschiffs, das in Kiel seinen Heimathafen hat, gefordert. Der Bund hatte dies abgelehnt: Alle Rechnungen seien beim früheren Hauptauftragnehmer bezahlt worden, der mittlerweile insolventen Elsflether Werft. Das Bremer Landgericht folgte am Freitag dieser Argumentation und wies alle Ansprüche der Werft zurück. Eine vor Monaten vom Gericht vorgeschlagene Vergleichszahlung von 2,35 Millionen Euro hatten beide Seiten abgelehnt.

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Ausdocken unter Vorbehalt

Die Elsflether Werft hatte die "Gorch Fock" von 2016 bis 2019 in einem Schwimmdock der Firma in Bremerhaven untergebracht. Bredo drohte damit, den Rumpf als Pfand zu behalten, weil die Elsflether Werft die Liegekosten nicht bezahlt habe. Bredo hatte die "Gorch Fock" 2019 nur unter der Maßgabe ausdocken lassen, dass die Ansprüche gerichtlich geprüft würden.

Im Mai 2021 soll die "Gorch Fock" wieder segeln

Die Instandsetzung der "Gorch Fock" hat sich zu einem Millionen-Krimi entwickelt. Ursprünglich sollten die Kosten rund 10 Millionen Euro betragen. Inzwischen sind die Kosten durch Fehlplanungen und Missmanagement auf mindestens 135 Millionen Euro gewachsen. Derzeit baut die Lürssen-Werft in Berne an der Unterweser an der "Gorch Fock". Sie soll Ende Mai 2021 wieder segeln.

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Die Gorch Fock liegt in der Bredo-Werft. © dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.11.2020 | 10:00 Uhr

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