Stand: 09.03.2017 16:43 Uhr

Goldschmaus: Neue Schikanen für Leiharbeiter

Für die osteuropäischen Werkvertragsarbeiter des Schlachtunternehmens Böseler Goldschmaus in Garrel (Landkreis Cloppenburg) war es eine gute Nachricht, als das Unternehmen im Juni des vergangenen Jahres versprach, ihnen feste Arbeitsverträge zu geben. Doch mittlerweile herrscht bei vielen Ernüchterung. Denn die für sie zuständigen Subunternehmer finden offenbar immer wieder neue Methoden, um die Arbeiter unter Druck zu setzen. "Es grenzt an Betrug, wie Subunternehmer mit ihren Leiharbeitern umgehen", sagte Daniela Reim von der Beratungsstelle für mobile Beschäftigte in Oldenburg gegenüber NDR 1 Niedersachsen.

"Sie wissen oft gar nicht, was sie da unterschreiben"

Die Arbeiter würden mitten in der Nacht zusammengerufen, um irgendwelche Verträge zu unterschreiben, so die Sprecherin. Darin verzichteten sie auf Ansprüche, unterzeichneten Mietverträge oder verpflichteten sich auf längere Zeit bei anderen Subunternehmern. Die Arbeiter wüssten oft gar nicht, was sie da unterschreiben, denn viele hatten gehofft, nun endlich die ersehnte Festanstellung bei Böseler Goldschmaus zu bekommen.

Goldschmaus hält an Festanstellungen fest

Eigentlich ist Böseler Goldschmaus eine Art Vorzeige-Betrieb, weil er anders als viele Nachbar-Betriebe versprochen hatte, künftig nur noch mit festen Verträgen zu arbeiten. Dazu stehe man auch, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Schrittweise würden jeden Monat rund 25 Verträge umgewandelt, noch in diesem Jahr würden alle Mitarbeiter fest angestellt sein. Doch die verbleibende Zeit bis dahin nutzen offenbar die Subunternehmer.

Anwälte weisen Vorwürfe zurück

Für das Garreler Unternehmen Goldschmaus liegt der "Schwarze Peter" bei dem Subunternehmer. Der war zunächst nicht zu einer telefonischen Stellungnahme gegenüber NDR 1 Niedersachsen bereit, sondern schaltete ein Anwaltsbüro ein. Dieses wies die Vorwürfe am Donnerstagnachmittag schriftlich zurück. Demnach sei den Mitarbeitern ein beiderseitiger Verzicht von Ansprüchen angeboten worden. Außerdem hätten die Mitarbeiter genug Zeit gehabt, sich die dreisprachigen Verträge durchzulesen.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 09.03.2017 | 19:30 Uhr

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