Gewalt gegen Retter: Leer startet "Bündnis für Respekt"

Stand: 06.11.2020 18:55 Uhr

Erneut hat es im Landkreis Leer einen Angriff auf Einsatzkräfte gegeben. Die Behörde reagiert mit einer Kampagne "Bündnis für Respekt" gegen Hass und Hetze.

Gemeinsam mit Vereinen und Unterstützern vor Ort werde man für Toleranz und gegen die Verrohung von Sprache eintreten, teilte der Landkreis am Freitag mit. Anlass seien Attacken im Internet oder im Alltag, die es immer wieder gegen Ehrenamtliche wie Schiedsrichter und Kommunalpolitiker oder wie zuletzt auf Rettungskräfte gebe.

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Landrat Groote: Müssen uns zur Wehr setzen

Landrat Matthias Groote (SPD) bemängelte in einer Mitteilung, dass der gesellschaftliche Respekt voreinander abnehme. Beleidigungen und Drohungen dürften aber nicht zugelassen werden. "Dagegen müssen wir uns zur Wehr setzen, indem wir uns stark machen für Respekt und Toleranz - und dies auch öffentlich zeigen", sagte Groote. Aufgrund der Corona-Krise soll die Kampagne sich zunächst aufs Internet konzentrieren. Die Initiative plant unter anderem Video-Botschaften in sozialen Netzwerken.

Feuerwehrleute nach Angriff dienstunfähig

Erst am Mittwoch waren nach Polizeiangaben zwei Rettungskräfte bei einem Einsatz in Leer von einem betrunkenen 35 Jahre alten Mann attackiert und verletzt worden, als sie ihm zu Hilfe kommen wollten. Der Mann schlug demnach so sehr auf sie ein, dass sie vorerst dienstunfähig waren. Auch auf alarmierte Polizisten reagierte der Betrunkene aggressiv. Ähnliche Vorfälle gab es bereits im Sommer. Im August reagierte die Feuerwehr mit Anzeigen wegen Pöbeleien und Gewaltandrohungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.11.2020 | 18:00 Uhr

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