Stand: 12.08.2020 13:04 Uhr

Gesunkene Jacht "Sharki" vor Cuxhaven geborgen

Ein Bergungsschiff zieht die gesunkene Traditionsyacht "Sharki", die unter dem Namen "Rubin" den "Admiral's Cup" gewonnen hat, aus der Nordsee bei Cuxhaven. © Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes/dpa
Ein privates Bergungsunternehmen schleppte die Jacht am Donnerstag nach Cuxhaven.

Die in der Nordsee havarierte Jacht "Sharki" ist am Donnerstag geborgen worden. Ein Schlepper zog das 15 Meter lange Schiff nach Cuxhaven. Bei dem Manöver lag ein Großteil der Jacht unter Wasser, lediglich Mast und Bug ragten heraus. Ein Taucher hatte zuvor eine Hebevorrichtung an dem Havaristen befestigt, damit er aus 18 Metern Tiefe gehoben werden konnte. Die Kosten für die Bergung muss der polnische Schiffseigner wohl aus eigener Tasche bezahlen: Der "Nordsee-Zeitung" sagte der Eigner, dass die "Sharki" nicht versichert gewesen sei.

Offenbar Kollision mit Fahrwassertonne

Die Jacht war in der Nacht zu Mittwoch mehrere Seemeilen vor Cuxhaven gesunken. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilte, kollidierte das Schiff nach Schilderung des Kapitäns gegen 23 Uhr mit einer Fahrwassertonne. Die Wasserschutzpolizei hat Ermittlungen zur genauen Unglücksursache eingeleitet. Die Segler, vier Männer und drei Frauen im Alter zwischen 47 und 57 Jahren, konnten nach der Havarie auf eine Rettungsinsel steigen und die Seenotretter alarmieren.

Besatzung bleibt unverletzt

Daraufhin liefen der Seenotrettungskreuzer "Anneliese Kramer" und das Tochterboot "Mathias" von der Station in Cuxhaven aus. Außerdem informierte die DGzRS die umliegenden Schiffe. Ein belgischer Frachter entdeckte die 15 Meter lange Segeljacht und blieb in der Nähe, bis die Besatzung des Tochterboots "Mathias" die Schiffbrüchigen aufnehmen konnte. Diese blieben den Angaben zufolge bis auf eine Schnittverletzung unversehrt.

Jacht gewann 1973 den Admiral's Cup

Die "Sharki" befand sich auf dem Weg vom Nord-Ostsee-Kanal nach Helgoland. Das gesunkene Schiff mit Heimathafen im polnischen Stettin hat eine beeindruckende Geschichte. Die Jacht ist die frühere "Rubin" des 2014 gestorbenen langjährigen Präsidenten des Deutschen Segler-Verbandes, Hans-Otto Schümann. Mit ihr gewann Schümann 1973 den Admiral's Cup - einen bis 2003 ausgetragenen Segel-Wettbewerb für Hochseejachten. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.08.2020 | 08:00 Uhr

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