Stand: 25.04.2017 14:24 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Gemeinde Hinte lenkt in kurioser Brückenposse ein

von Oliver Gressieker

"Sauerei" und "schlechter Scherz": Das waren noch die harmloseren Ausdrücke, mit denen viele ostfriesische Sportbootfahrer im vergangenen Herbst die Posse um die Brücke in der kleinen Ortschaft Longewehr (Landkreis Aurich) kommentierten. Nach einer Sanierungsmaßnahme war die Durchfahrtshöhe plötzlich um mindestens sechs Zentimeter niedriger - und viele Boote passten nicht mehr hindurch. Für bis zu 300 Bootjefahrer war der Weg vom Greetsieler Sieltief nach Emden daraufhin mit einem Schlag abgeschnitten. Es folgten ein lauter Aufschrei und monatelange Diskussionen, die sich für die Betroffenen auszahlen sollten. Denn gerade noch rechtzeitig zum Start der neuen Saison gibt es jetzt eine Lösung.

Gemeinde lässt Brücke wieder erhöhen

"Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Hinte hat am Montagabend beschlossen, dass die Brücke wieder auf ihr altes Maß erhöht werden soll", sagte Bürgermeister Manfred Eertmoed (SPD) im Gespräch mit NDR.de. Die Entscheidung sei nach längeren Diskussionen einstimmig erfolgt und der Auftrag für die neuerliche Sanierung bereits erteilt. Laut Eertmoed liegen die Kosten im niedrigen fünfstelligen Bereich. Eine wichtige Rolle spielte bei dem Beschluss der kuriose Umstand, dass zwei Schwertransporter in den vergangenen Wochen den Aufbau der Brücke beschädigt hatten. Aus diesem Grund hätte die Gemeinde ohnehin Bauarbeiten an der Brücke durchführen lassen müssen. Und noch wichtiger:  Dank der Beteiligung des Schwertransportunternehmens muss sie nun nur einen relativ kleinen Teil der Kosten übernehmen. "Das war letztendlich eine glückliche Fügung, die es dem Verwaltungsausschuss leicht gemacht hat, sich für die Erhöhung zu entscheiden", so Eertmoed.

Freie Fahrt für Bootjefahrer

Die Bootjefahrer haben den Beschluss mit großer Freude zur Kenntnis genommen. Sie sind glücklich, dass sich ihr langer Kampf für ein paar Zentimeter mehr Durchfahrtshöhe gelohnt hat. "Am wichtigsten ist, dass wir die Brücke demnächst wieder passieren können", sagte der Sprecher des Teams Wassersport Ostfriesland, Edo Gerjets, NDR.de. "Einige meiner Kollegen waren richtig begeistert, als sie davon gehört haben." Laut Gerjets profitieren die Mitglieder von rund 30 Wassersportvereinen von der angekündigten Maßnahme. Viele von ihnen seien durch die zu niedrige Brücke in ihrem Revier geradezu eingesperrt gewesen.

Zahlreiche Boote sitzen wegen Brückenposse fest

Sanierung soll im Mai erfolgen

Nach Angaben von Eertmoed ist es geplant, die Stahlträger der Brücke auszutauschen und die Auflageflächen zu erhöhen. Der genaue Termin für die Sanierung stehe allerdings noch nicht fest. Zunächst müssten Gespräche mit den Landwirten geführt werden, die auf die Brücke angewiesen sind. Die gesamte Maßnahme solle aber auf jeden Fall noch im Mai über die Bühne gebracht werden, so das Versprechen des Bürgermeisters. Die Bootjefahrer haben dann wieder freie Fahrt Richtung Emden und die Gewissheit, dass ihre Hartnäckigkeit belohnt wurde. "Wir waren schon sehr empört, dass man uns damals einfach vergessen hat", so Gerjets. "Auch wenn es wahrscheinlich keine böse Absicht war."

Weitere Informationen

Sanierte Brücke stoppt ostfriesische Bootsfahrer

Eine kuriose Posse sorgt im Landkreis Aurich für Ärger. Weil nach einer Brückensanierung die Durchfahrtshöhe zu niedrig ist, sitzen bei Longewehr zahlreiche Boote fest. (15.09.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 16.09.2016 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

04:27
Hallo Niedersachsen
02:48
Hallo Niedersachsen
03:20
Hallo Niedersachsen