Stand: 10.07.2018 20:40 Uhr

Frühe Krabbe sorgt für extrem niedrige Preise

Ungewöhnlich früh ist in diesem Jahr die Krabbensaison gestartet. Vor der niederländischen Küste ziehen die Krabbenfischer schon jetzt volle Netze aus der Nordsee. Normalerweise sei die Hauptfangsaison erst im Spätsommer, sagte der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer, Philipp Oberdörffer. Er vermutet, dass eine erhöhte Wassertemperatur der Nordsee ein Grund für den frühen Saisonstart ist. Außerdem gebe es weniger Wittlinge, eine Fischart, die gerne junge Garnelen frisst. Die Verbraucher können sich nun über sinkende Preise freuen.

Verbraucher spüren Preisrutsch erst bis zu drei Monate später

Die Erzeugerpreise sind bereits von rund 8 Euro pro Kilo Krabben auf rund 3,50 Euro gefallen. Bis der Preisrutsch bei den Verbrauchern ankommt, dauert es allerdings immer etwas länger. Abhängig sei das von den Verträgen, die die Großhändler mit Discountern und Gastronomen abgeschlossen hätten, sagte Oberdörffer NDR.de. In der Regel komme der Preisrutsch in ein bis drei Monaten bei den Verbrauchern an. An der Küste sei der Preis für ungepulte Krabben schon jetzt deutlich gefallen, so Oberdörffer.

Krabbenbrötchen kostete 2017 noch 11,50 Euro

Bei der Butjadinger Fischereigenossenschaft in Fedderwardersiel kostet ein Brötchen mit 100 Gramm Krabbenfleisch derzeit sechs Euro - und damit 50 Cent weniger als vor zwei Wochen, wie eine Mitarbeiterin sagte. Im Vergleich zum Vorjahr ist das immer noch sehr günstig. Da hatte der Preis für ein Krabbenbrötchen einen Höchststand erreicht: An den Hamburger Landungsbrücken kostete es satte 11,50 Euro. Das hängt damit zusammen, dass der Bestand der Nordseekrabben stark schwankt.

Fischer leiden unter niedrigen Preisen

So fingen die Fischer in den vergangenen zwei Jahren laut Oberdörffer insgesamt 40 Prozent weniger Krabben als üblich. Schuld daran sei vor allem der Wittling gewesen. Was in diesem Jahr die Verbraucher freut, ärgert allerdings die Krabbenfischer an der niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Küste, wo erst jetzt die Fangsaison startet. Sie leiden laut Oberdörffer schon jetzt unter den gesunkenen Preisen, die von den hohen Fangmengen vor den Niederlanden bestimmt werden.

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Niedersachsen 18.00 | 10.07.2018 | 18:00 Uhr