Stand: 04.12.2015 07:56 Uhr

Friesenbrücke: Suche nach Unfallursache beginnt

Am Morgen nach der Kollision eines Frachters mit der Friesenbrücke bei Weener (Landkreis Leer) haben die Untersuchungen zur Unglücksursache begonnen. Wie die Wasserschutzpolizei am Freitagmorgen mitteilte, sei es möglich, dass Absprachen zwischen dem Frachterfahrer und den Mitarbeitern an der Eisenbahn-Klappbrücke falsch gelaufen seien. Gestern Abend gegen 18.20 Uhr hatte das Schiff mit voller Wucht die Emsbrücke gerammt. Der Mittelteil der Brücke wurde dabei stark beschädigt, Teile von dem Bauwerk wurden sogar abgerissen. Zum Zeitpunkt der Kollision war die Klappbrücke geschlossen. Verletzt wurde niemand. Die Ems ist an der Stelle auch heute noch für den Schiffsverkehr gesperrt. Auch für den Bahnverkehr ist die Friesenbrücke nicht mehr befahrbar - voraussichtlich für längere Zeit. "Die Gleise sind völlig zerstört, und die ganze Brücke muss neu gemacht werden", sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Wann die Strecke zwischen Leer und dem niederländischen Groningen wieder freigegeben wird, ist unklar.

Schiff wird in Papenburg untersucht

Der Frachter wurde zurück nach Papenburg geschleppt, dort sollen die Ermittlungen weitergehen, so die Polizei. Vorläufig darf das Schiff den Hafen nicht verlassen. Das 112 Meter lange Schiff, das unter der Flagge von Antigua Barbuda in der Karibik fährt, hatte laut der Internetseite "MarineTraffic" Papenburg gegen 18 Uhr verlassen. Gebaut wurde der Frachter im Jahr 2000, der Heimathafen ist St. Johns, die Hauptstadt von Antigua.

Wahrzeichen und Nadelöhr

Die Friesenbrücke, 335 Meter lang und vier Meter hoch, ist ein Wahrzeichen der Region. Sie wurde 1926 eingeweiht und gilt als eine der längsten Klappbrücken der Eisenbahn in Deutschland. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört; 1951 aber wieder aufgebaut. Bei Überführungen von Schiffen der Papenburger Meyer Werft wird das Bauwerk zum Nadelöhr: Die Durchfahrtsbreite liegt bei lediglich 25 Metern. Daher wird die Friesenbrücke von einem Schwimmkran ausgehängt, wenn die Kreuzfahrt-Riesen die Ems passieren.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 07.06.2021 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bei einer Pressekonferenz des Corona-Kirsenstabs. © NDR

Ab 13 Uhr live: Krisenstab zur Corona-Lage in Niedersachsen

Niedersachsen plant nach den Ferien den Schul-Regelbetrieb. NDR.de überträgt die PK mit Kultusminister Tonne live. Video-Livestream

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen