Stand: 23.04.2018 14:44 Uhr

Friesenbrücke: Emsfähre startet erst Ende Juni

Die geplante Fähre über die Ems bei Weener entwickelt sich immer mehr zu einer unendlichen Geschichte: Zu Pfingsten sollte es eigentlich endlich losgehen mit dem zeitweiligen Ersatz für die zerstörte Friesenbrücke, doch daraus wird nun doch nichts. Voraussichtlich erst Ende Juni kann die Fähre fahren, heißt es jetzt von der verantwortlichen Meyer Werft. Fußgänger und Radfahrer, die zuvor die Brücke genutzt hatten, warten schon lange auf die Verbindung zwischen Westoverledingen und Weener. Ursprünglich sollte der Betrieb bereits im Juni 2017 aufgenommen werden.

Das Boot ist noch im Bau

Das Problem: Die Fähre, die auf einer Werft am Rhein gebaut wird, ist noch nicht fertig. "Wir haben die Mühlen der Bürokratie unterschätzt", sagte Paul Bloem, Kommunikationschef der Meyer Werft in Papenburg, gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Man habe die Pläne immer wieder nachbessern müssen. Die Werft will die Fähre gemeinsam mit dem Schifffahrtsunternehmen Schulte & Bruns einrichten. Dem Landkreis Leer liegen bislang nicht alle benötigten Unterlagen vor. "Wir können innerhalb von zwei Wochen genehmigen, aber uns fehlen noch die Statik-Berechnungen für die Anleger auf beiden Ems-Seiten", so ein Landkreis-Sprecher. Laut Meyer Werft befindet sich die Statik bereits in der Endabnahme.

Pendler werden langsam ungeduldig

Bei den betroffenen Pendlern entlang der Ems, die derzeit lange Umwege in Kauf nehmen müssen, wächst derweil der Unmut. Es kursiert die Vermutung, dass die Werft auf Zeit spiele, um Geld zu sparen. "Es ist Zeit, dass die Fähre kommt und die Meyer Werft zeigt, dass auch wirklich ein Wille dahinter steckt", so Weeners Bürgermeister Ludwig Sonnenberg im Gespräch mit dem NDR.

Neue Friesenbrücke wird wohl deutlich teurer

Im Dezember 2015 hatte der Frachter "Emsmoon" die Friesenbrücke gerammt und schwer beschädigt. Seitdem fahren in der Region keine Züge mehr zwischen Deutschland und den Niederlanden, Fahrradfahrer und Fußgänger müssen Umwege in Kauf nehmen. Nach langen Diskussionen war die Entscheidung gefallen, die Brücke neu zu bauen. Doch auch dieses Projekt läuft alles andere als reibungslos. 2024 soll die neue Eisenbahnbrücke fertig sein - Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) äußerte jedoch kürzlich Zweifel daran, ob der Zeitplan eingehalten werden kann. Und nun wird das Projekt offenbar auch um einiges teurer als ursprünglich veranschlagt: Die Deutsche Bahn rechnet nach eigenen Angaben mit einem "hohen zweistelligen Millionenbetrag". Bislang hatte sie mit 50 Millionen Euro kalkuliert. Die Mehrkosten ergeben sich unter anderem daraus, dass eine Dreh- statt wie bisher eine Klappbrücke gebaut werden soll. Immerhin heißt es von der Bahn nach wie vor: "Eine Wiederinbetriebnahme des Eisenbahnverkehrs über die Friesenbrücke ist für Herbst 2024 geplant."

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.04.2018 | 14:00 Uhr

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