Stand: 22.01.2019 20:15 Uhr

Freund der Tochter angeschossen: Acht Jahre Haft

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Die Richter am Landgericht Berlin haben den Familienvater zu acht Jahren Haft verurteilt.

Ein 47-jähriger Mann aus Cloppenburg ist vom Landgericht Berlin zu acht Jahren Haft verurteilt worden, weil er auf den Freund seiner Tochter geschossen und diesen lebensgefährlich verletzt hatte. Der Vater wurde wegen versuchten Totschlags verurteilt, Hinweise für einen geplanten Mord gab es nach Ansicht der Richter nicht. Die Tat ereignete sich auf offener Straße in Berlin. Dorthin hatte sich die damals 18-jährige Tochter der jesidischen Familie abgesetzt, nachdem sie einen Mann muslimischen Glaubens im Internet kennengelernt hatte.

Kugeln trafen Hals, Oberkörper und Beine

Monatelang blieb die Tochter verschwunden. Schließlich wollte der Vater sie im Oktober 2017 zusammen mit seiner Ehefrau zurückholen, wie es vor Gericht hieß. Nachdem die Eltern ihre Tochter ausfindig gemacht hätten, sei es auf der Straße zu einer Rangelei zwischen der Mutter und dem Freund der Tochter gekommen. Dann kam nach Angaben des Richters der Vater dazu und zog eine Pistole. In Tötungsabsicht habe er auf den 31-Jährigen gefeuert, der durch mehrere Kugeln in Hals, Oberkörper und Beinen lebensgefährlich verletzt wurde.

Opfer erhält 75.000 Euro Schmerzensgeld

Wenige Minuten nach der Tat wurde der Familienvater gefasst und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. In dem Prozess sagte er aus, er habe seine Tochter "zur Vernunft bringen und zur Rückkehr bewegen wollen". Religiöse Gründe hätten bei dem Geschehen keine Rolle gespielt. Dem 31-Jährigen wurde ein Schmerzensgeld in Höhe von 75.000 Euro zugesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 22.01.2019 | 14:30 Uhr

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