Stand: 02.01.2019 21:26 Uhr

Frachter verliert Container in der Nordsee

Im Sturm am Dienstag ist offenbar doch mehr über Bord gegangen als zunächst angenommen: Der Frachter "MSC Zoe" hat auf dem Weg vom portugiesischen Sines nach Bremerhaven nicht - wie zunächst berichtet - 30, sondern weit mehr als 200 Container verloren. Die Reederei habe die Zahl auf bis zu 270 korrigiert, teilte das Cuxhavener Havariekommando am Mittwoch mit. Das Havariekommando sei im Einsatz vor der niederländischen Küste. Dort trieben einige der Container zu den Inseln Terschelling und Vlieland, heißt es.

Havariekommando nordwestlich von Borkum im Einsatz

Ein Öl-Überwachungsflugzeug, ein Hubschrauber der Bundeswehr, ein Tonnenleger und auch das Mehrzweckschiff "Neuwerk" hätten sich ins Einsatzgebiet nordwestlich von Borkum begeben, um die Container zu orten und zu bergen. Bis zum späten Nachmittag seien sechs Container gesichtet worden.

Auch Gefahrgut ging über Bord

Mindestens einer der Container enthalte Gefahrgut, sagte ein Sprecher des Havariekommandos am Mittwochabend nach Rücksprache mit der Besatzung des Frachters. Zuvor war von vier Containern - drei in niederländischen, einer in deutschen Gewässern - die Rede gewesen. Es soll sich um gefährliches Dibenzoylperoxid handeln, das zur Kunststoffherstellung verwendet wird. Die Container mit dem Gefahrgut seien noch nicht lokalisiert worden, so die niederländische Küstenwache. Die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven ermittelt nun, wie es überhaupt zu dem Unfall kommen konnte.

Bis zu 19.000 Container passen auf den Frachter

Die "MSC Zoe" fährt unter der Flagge Panamas. Sie ist 396 Meter lang und kann bis zu 19.000 Container transportieren - und ist damit das größte Containerschiff Europas. Die Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) hat ihren Sitz in Genf und ist aktuell die zweitgrößte Containerreederei nach Mærsk Line.

Karte: Hier wurde bereits Frachtgut der "MSC Zoe" angespült

 

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Hallo Niedersachsen | 02.01.2019 | 19:30 Uhr

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