Stand: 12.01.2018 21:02 Uhr

Flugmanöver unter Huntebrücke sorgt für Unmut

Hobbyfotograf Lothar Wierschowski traute seinen Augen nicht, als ihm vor wenigen Tagen ein Helikopter des Marinefliegerkommandos bei einem spektakulären Manöver vor die Linse flog. Direkt unter der Huntebrücke hindurch knatterte der Hubschrauber ihm entgegen. Wierschowski drückte gleich mehrfach den Auslöser, erzählt er nun dem NDR. Ob das nicht gefährlich sei, wollte er wissen und hatte sich zuerst an die "Nord-West-Zeitung" in Oldenburg gewandt. Mit der Veröffentlichung seiner Bilder ist nun eine Diskussion über das Risiko solcher Hubschraubertrainingsflüge entbrannt.

Eine Gefahr für den Verkehr?

Thorsten Koch, Jurist und Professor an der Uni Osnabrück, sieht ein Restrisiko, wenn eine Autobahnbrücke von einem Hubschrauber unterflogen wird. Es bestehe durchaus eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Das Unfallrisiko der Autofahrer auf der Brücke steige, außerdem könne die Binnenschifffahrt gefährdet werden.

"Legal, angemeldet, trainiert"

Hubschrauberpiloten und Vorgesetzte auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst Nordholz verstehen hingegen die Aufregung nicht. Das Unterfliegen der Huntebrücke gehöre seit 20 Jahren zum Routine-Trainingsbetrieb. Dabei darf das Marinefliegergeschwader die Entscheidung, wo geübt wird, selbst treffen - solange die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet werden. Kapitän zur See Matthias-Michael Potthoff, Chef des Marinefliegerkommandos: "Die Huntebrücke ist eine geeignete Region." Das Unterfliegen sei legal, angemeldet, trainiert, die Höhe der Brücke ausreichend. "Es ist ein sicheres Fliegen, es sieht aber spektakulär aus."

Brücke 2017 neunmal unterflogen

Nicht jedes Flugmanöver könne als Trockenübung trainiert werden, so Potthoff weiter. Vorbereitet werden die angehenden Hubschrauberpiloten ihm zufolge im Simulator, im Cockpit der Maschinen dann weiter ausgebildet. Neunmal habe die Deutsche Marine im vergangenen Jahr die Huntebrücke unterflogen. Ähnliche Flugmanöver gebe es übrigens auch, wenn die Hubschrauber unter Hochspannungsleitungen im Elbe-Weserraum hindurchfliegen, so der Soldat.

2003 verunglückt Heli beim Unterfliegen

Im Jahr 2003 war ein ADAC-Rettungshubschrauber beim Unterfliegen einer Brücke bei Uelzen verunglückt und in einen Seitenkanal der Elbe gestürzt. Der damals 35 Jahre alte Pilot hatte verbotenerweise das gefährliche Manöver durchgeführt. Er und ein Rettungssanitäter überlebten das Unglück, ein Notarzt ertrank im Wasser der Elbe.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 12.01.2018 | 19:30 Uhr

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