Stand: 12.02.2019 21:02 Uhr

Flüssig-Erdgas: Althusmann für Standort-Kooperation

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Nach dem Willen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) soll bald Flüssig-Erdgas nach Norddeutschland geliefert werden. Standorte könnten Wilhelmshaven und Stade sein.

Noch sind mit Stade und Wilhelmshaven zwei niedersächsische Standorte um Deutschlands erste Terminals zum Import von Flüssig-Erdgas ("Liquified Natural Gas", LNG) im Spiel. Bislang gelten beide Städte als Konkurrenten. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hat sich gegenüber dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen für eine Zusammenarbeit der beiden Standorte ausgesprochen. "Ich gehe davon aus, dass die Standorte kooperieren könnten", sagte Althusmann am Dienstag. Beide Häfen verfügten über das notwendige Potenzial für einen LNG-Standort, allerdings mit unterschiedlicher Ausrichtung. So sei Wilhelmshaven eher für die nationale Versorgung mit Flüssiggas geeignet, Stade könne sich regional aufstellen, so Althusmann.

Brunsbüttel lachender Dritter?

Neben Stade und Wilhelmshaven ist auch Brunsbüttel im Landkreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein im Rennen. Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier (CDU) kündigte am Dienstag an, dass er die Förderung von zwei Standorten für wahrscheinlich halte. In Deutschland gibt es noch kein LNG-Terminal. Die Bundesregierung möchte sich allerdings weniger abhängig von russischen Lieferungen machen und mehr Flüssig-Erdgas aus den Vereinigten Staaten beziehen. Die Entscheidung könnte in den nächsten Wochen fallen.

Wirtschaftsminister Altmaier spricht von zwei Standorten

Klar ist nach der LNG-Konferenz mit Vertretern der US-Regierung am Dienstag in Berlin, dass die Pläne nicht mehr nur von einem neuen Abfertigungsbereich ausgehen. "Ich sehe an mindestens zwei Standorten die Chance, dass wir rasch etwas verwirklichen können", sagte Altmaier am Rande der Gespräche im Bundeswirtschaftsministerium. Die Regierung möchte den Bau der Anlagen mit Fördergeldern stützen. Zahlen nannte der Minister nicht. Deutschland steigt bis Ende 2022 aus der Kernenergie aus, lässt zugleich schrittweise die Kohleverstromung auslaufen und ist daher auf eine Übergangsversorgung durch Erdgas angewiesen.

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Hier finden Sie die komplette LNG-Analyse, deren Erstellung durch das Maritime Kompetenzzentrum in Leer koordiniert wurde. Download (6 MB)

Produktionsüberschuss soll LNG-Preis regulieren

Bisher galt das LNG als zu teuer. Altmaier sieht aber die Möglichkeit, dass der Preis in naher Zukunft wettbewerbsfähiger werde. Der stellvertretende US-Energieminister Dan Brouillette kündigte an, dass sich die Kosten wegen deutlich steigender Produktkapazitäten in den USA in naher Zukunft verringerten. Das deutsch-russische Erdgas-Pipelineprojekt "Nord Stream 2" kritisierte Brouillett scharf.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 12.02.2019 | 18:00 Uhr

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