Stand: 29.06.2020 18:48 Uhr

Fischsterben: Nicht nur ein Grund, sondern viele

Tote Fische schwimmen an der Wasseroberfläche. © picture Alliance/dpa
Woran sind die Jungfische gestorben? Offenbar gibt es verschieden Gründe. (Archiv)

Das Fischsterben an der Nordseeküste von Niedersachsen und Schleswig-Holstein und in der Elbe ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Erste Erkenntnisse liegen aber inzwischen vor. Die in der vergangenen Woche tot in der Elbe gefundenen Fische hätten sichtbare Verletzungen - die im Wattenmeer entdeckten toten Heringe allerdings nicht, sagte Katharina Weinberg von der Schutzstation Wattenmeer am Montag. Die mechanischen Verletzungen könnten durch die Baggerarbeiten bei der Elbvertiefung entstanden sein. Tausende tote Fische - überwiegend Heringe - waren bis Freitag unter anderem im Watt vor Cuxhaven und Otterndorf (Landkreis Cuxhaven) angeschwemmt worden. Seit Sonnabend gebe es keine Funde mehr, so das Schutzzentrum Wattenmeer.

VIDEO: Weiter Rätselraten um Fischsterben (3 Min)

Nahrungsmangel nach dem warmen Winter?

Experten vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ) in Büsum (Schleswig-Holstein) haben andere Beobachtungen gemacht: "Wir haben geschwächte Jungfische gefangen, die relativ schlecht genährt wirken und deutlich von Parasiten befallen sind", sagte Fischforscherin Katja Heubel vom FTZ. "Offenbar sind junge Heringe und Sprotten ungewöhnlich zahlreich vorhanden, aber in schlechter Verfassung." Die Ursache könnte Nahrungsmangel durch Veränderungen des Nordseeplanktons nach dem sehr warmen Winter sein.

Mehr Jungfische, mehr industrielle Fischerei?

Dass die toten Fische mit einem Massenauftreten von Jungfischen zusammen hängen, bestätigten auch Fischer, wie die Schutzstation Wattenmeer berichtet. So beklagten Krabbenfischer, dass dänische Kutter mit riesigen Fangnetzen derzeit in den Küstengewässern Schleswig-Holsteins als sogenannte Gammelfischer aktiv seien. Bei der Gammelfischerei wird mit Netzen von der Größe eines Fußballfeldes alles aus dem Meer gefischt, was zwischen Meeresgrund und Oberfläche im Wasser ist - und ausschließlich zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet. In Deutschland ist diese Praxis laut Schutzstation verboten, EU-Recht erlaube sie aber anderen in deutschen Gewässern.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 29.06.2020 | 19:30 Uhr

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