Der neue Seefernaufklärer der Deutschen Marine vom Typ P-3C Orion steht auf dem Vorfeld des Marinefliegergeschwaders 3 "Graf Zeppelin" in Nordholz (Kreis Cuxhaven). © picture alliance Foto:  Ingo Wagner

Fast alle Aufklärungsflugzeuge der Marine sind defekt

Stand: 24.02.2021 20:27 Uhr

Von den acht deutschen Seefernaufklärern vom Typ "P3 C Orion" ist derzeit lediglich eine Maschine startklar. Das hat ein Sprecher der Marine dem NDR bestätigt.

An allen anderen Maschinen wird demnach gerade in Werkstätten geschraubt - entweder an ihrem Standort in Nordholz, oder bei zivilen Firmen. Wie viele der acht Aufklärungsflugzeuge überhaupt wieder für die deutsche Marine starten können, scheint bislang unklar. Bereits im Sommer hatte das Verteidigungsministerium die Modernisierung der "Orion" gestoppt: Die Kosten waren aus dem Ruder gelaufen. Da war bereits klar: Es muss schnell Ersatz für die Seefernaufklärer her, denn die Bundeswehr wolle die bei internationalen Einsätzen sehr gefragten Fähigkeiten der deutschen Marineflieger unbedingt erhalten.

Geschwader ist größter Arbeitgeber der Region

Nun wird dringend eine Übergangslösung gesucht, denn: Das Marinefliegergeschwader 3 mit seinen 1.200 Angehörigen ist der größte Arbeitgeber im Landkreis Cuxhaven. Es gibt zwar eine deutsch-französische Kooperation für Flugzeug, dass die "Orion"-Reihe ablösen könnte. Das wird aber voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2035 fertig. Erschwerend hinzu kommt für die Marineflieger, dass vier der alten Maschinen in Nordholz in diesem Jahr ausgemustert werden. Damit halbiert sich die Einsatzbereitschaft - auch dann, wenn die verbleibenden Maschinen schnell wieder startklar sein sollten.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 24.02.2021 | 18:00 Uhr

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