Stand: 17.05.2018 19:48 Uhr

Fall Högel: Stationsleiter führte Strichliste

Im Fall der Mordserie des ehemaligen Krankenpflegers Niels Högel haben Ermittler am Mittwoch Büro- und Privaträume des damaligen Pflegedienstleiters des Klinikums Oldenburg durchsucht. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg bestätigte, wurden dabei elektronische Speichermedien und Unterlagen sichergestellt. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen soll der frühere leitende Pfleger auf der herzchirurgischen Intensivstation eine handschriftliche Strichliste geführt haben, auf der vermerkt war, welche Todesfälle es gab und welche Pfleger in dieser Zeit Dienst hatten. Die Strichliste, durch die Niels Högel bereits während seiner Tätigkeit in Oldenburg aufgefallen war, ist den Behörden zwar schon länger bekannt. Allerdings war bisher unklar, wer sie geführt hatte.

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Krankenhausgesetz soll Patienten schützen

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Damit sich eine Mordserie wie die von Niels Högel nicht wiederholt, sollen künftig verschiedene Maßnahmen greifen. Niedersachsens Kabinett hat ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Video (01:06 min)

Zwei Verdächtige arbeiten noch im Klinikum

Nach Angaben der Polizei wird inzwischen gegen fünf Mitarbeiter des Klinikums wegen des Verdachts auf Totschlag durch Unterlassen ermittelt. Zwei von ihnen sollen noch immer dort arbeiten, darunter auf anderer Position auch der frühere Pflegedienstleiter. Der heutige Geschäftsführer Dirk Tenzer sagte, die Klinik unterstütze die Behörden umfassend. Solange aber nicht zu Ende ermittelt sei, gelte die Unschuldsvermutung und es gebe keinen Grund, aktiv zu werden.

Opfer-Angehörige kritisieren späte Durchsuchungen

Unterdessen haben Opfer-Angehörige kritisiert, dass die Durchsuchungen im Klinikum Oldenburg erst so spät erfolgt seien. Spätestens seit Beginn der Ermittlungen an der Klinik Ende 2014 seien die Verantwortlichen vorgewarnt gewesen, teilte ein Sprecher der Interessengemeinschaft Klinikmorde am Donnerstag mit.

Pfleger bald erneut vor Gericht

Högel selbst muss sich ab Ende Oktober erneut vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat den ehemaligen Krankenpfleger, der bereits für mehrere Taten zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist, wegen Mordes an mehr als 90 weiteren Patienten angeklagt. Wegen der großen Zahl der Nebenkläger und Rechtsanwälte wird der Prozess in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg stattfinden.

Der frühere Krankenpfleger soll schwer kranke Patienten an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg getötet haben, indem er ihnen Medikamente spritzte, um sie später wiederzubeleben und als Held dazustehen. In vielen Fällen starben die Patienten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder | 17.05.2018 | 12:00 Uhr

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