Stand: 20.02.2019 15:30 Uhr

Elsflether Werft: 100 Jahre mit hohen Wellen

Noch keine drei Jahre ist es her, dass die Elsflether Werft feierlich ihr 100-jähriges Bestehen beging. Nun ist das Unternehmen in schwieriges Fahrwasser geraten - allerdings nicht zum ersten Mal, und bisher hat die Werft es immer wieder aufs Trockene geschafft. Gegründet wurde das Unternehmen 1916 an der Hunte unweit der Mündung in die Weser. Fast ein halbes Jahrhundert baute die aufstrebende Werft vor allem neue Schiffe: Fischkutter, Dampflogger, Schlepper, Barkassen, Fahrgastschiffe und Hausboote.

Erster Dämpfer: Weltwirtschaftskrise um 1930

Einen heftigen Dämpfer erhielt das schwungvolle Wachstum durch die Weltwirtschaftskrise um 1930, als Schiffbauaufträge ausblieben. Damals verlegte sich die Werft zeitweise sogar auf den Fahrzeugbau. Aber schon wenige Jahre später ging es wieder aufwärts: mit dem Bau von Binnen-Tankschiffen, die reißenden Absatz fanden.

Nach dem Krieg ging es aufwärts - bis in die 90er

Im Zweiten Weltkrieg kamen Aufträge der Marine hinzu. Nach dem Krieg gab es dann wieder eine Durststrecke: Die Alliierten ließen deutsche Werften jahrelang keine Schiffsneubauten herstellen. Die Elsflether hielten sich mühsam mit Brückenbau und mit Schiffsreparaturen über Wasser. Danach folgten sehr produktive Jahrzehnte mit dem Bau großer Schiffe und immer mehr Reparaturaufträgen. In den 90er-Jahren erlitt die Werft jedoch Verluste und musste sogar ein Konkursverfahren durchstehen. Zwei volle Jahre bangten die Mitarbeiter um ihre Jobs, bis neue Geldgeber die Werft praktisch neu gründeten und der Betrieb erfolgreich weiterlief.

Korruptionsvorwürfe und "Gorch Fock"

Die Bundeswehr ist ständiger Auftraggeber. Und nun, nach Korruptionsvorwürfen und den Turbulenzen um die Reparatur der "Gorch-Fock", liegt erneut ein Insolvenzantrag auf dem Tisch. Rund 130 Beschäftigte der Werft könnten betroffen sein, dazu viele weitere in Zulieferfirmen. Auf der Homepage der Werft ist diese Nachricht bislang nicht angekommen: Dort werden noch eifrig Fachkräfte gesucht.

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Der Bugspriet des in Reparatur befindlichen Segelschulschiff der Deutschen Marine, der "Gorch Fock", schaut im Dock der Elsflether Werft unter den Planen hervor. © dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam

"Gorch Fock": Reichen 128 Millionen Euro?

Die Sanierung der "Gorch Fock": Reicht die von der Bundesregierung ausgegebene Obergrenze von 128 Millionen Euro, um das Schiff wieder flott zu machen? Die Opposition befürchtet: nein. (16.02.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.02.2019 | 15:00 Uhr

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