Stand: 08.12.2017 16:11 Uhr

Elbfährverbindung: Cuxhaven für neues Konzept

Eine Woche nach der Insolvenz der Reederei Elb-Link gibt es neue Hoffnung für eine Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel. Die Stadt Cuxhaven will eine Wiederaufnahme des Fährbetriebs über die Elbe mithilfe öffentlicher Mittel prüfen. In einem bei einer Stadtratssitzung am Donnerstagabend ohne Gegenstimme beschlossenen gemeinsamen Antrag von CDU, SPD, Grüne und FDP wurde als mögliche Lösung die Gründung einer öffentlichen Infrastrukturgesellschaft für den Bau oder Kauf geeigneter Fähren ins Spiel gebracht.

Städtische Gesellschaft soll Fähren vermieten

Als Gesellschafter könnten die Städte Cuxhaven und Brunsbüttel sowie die Landkreise Cuxhaven und Dithmarschen fungieren, die dann die Fähren an einen privaten Betreiber vermieten - und zwar zu Preisen, die den dauerhaften Betrieb der Fähre durch eine private Fährgesellschaft gewährleisten. Als Vorbild gilt die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, die auch als Vermieter von Fahrzeugen auftritt. Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck begrüßt die neue Initiative aus Cuxhaven. Wenn ein konkretes Konzept auf dem Tisch liege, werde sich der Hauptausschuss der Stadt mit dem neuen Modell für eine Elbfähre beschäftigen, sagte Mohrdieck NDR 1 Welle Nord. Ähnlich sieht es Dithmarschens Landrat Jörn Klimant (parteilos): "Eine funktionierende Fährverbindung ist für die Region insgesamt und im Besonderen für seine Wirtschaft und den Tourismus ein absoluter Zugewinn", sagte Klimant. Für Gespräche mit Cuxhaven, Brunsbüttel und den Ländern sei man zwar bereit. Bedingung sei allerdings ein plausibles betriebswirtschaftliches Konzept und das liege bisher nicht vor, so Klimant.

Letzte Fähre fuhr im Oktober

Die Elb-Link Fährgesellschaft hatte Ende November nach eigenen Angaben beim Amtsgericht in Cuxhaven einen Insolvenzantrag gestellt. Geschäftsführer Bernd Bässmann erwartete, dass die 49 Mitarbeiter noch bis Weihnachten ihren Job verlieren werden. Im Oktober hat er die Kommunen Cuxhaven und Brunsbüttel vergeblich um ein Darlehen in Höhe von 200.000 Euro gebeten. Kurz zuvor hatte Elb-Link die Fährlinie stillgelegt, weil Forderungen der Schiffseigner nach einer täglichen Charterrate von 8.000 Euro zu hoch seien.

Weitere Informationen

Reederei Elb-Link meldet Insolvenz an

Der Fährbetrieb war zwar bereits eingestellt, doch der Geschäftsführer von Elb-Link hoffte noch auf öffentliche Finanzhilfe. Die wurde versagt, nun hat die Reederei Insolvenz angemeldet. mehr

mit Video

Dritte Chance für Elb-Link-Fähre?

Zwei Mal ist Elb-Link seit Sommer 2015 gescheitert. Nun soll eine neue Fähre zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel pendeln. Der Geschäftsführer wirbt um neues Vertrauen - und um ziemlich viel Geld. (24.10.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 07.12.2017 | 15:30 Uhr