Einstieg beim JadeWeserPort? Hapag-Lloyd prüft Optionen

Stand: 15.09.2021 10:43 Uhr

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd steht möglicherweise kurz davor, beim JadeWeserPort in Wilhelmshaven einzusteigen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) begrüßt die Entwicklung.

"Wenn es so käme, wäre das von enormem wirtschaftlichen Vorteil für die gesamte norddeutsche Region. Dabei denke ich nicht nur an Niedersachsen, sondern auch an Bremen, an Hamburg - den gesamten Nordseeraum", sagte Althusmann dem NDR in Niedersachsen. Der CDU-Politiker wies aber auch darauf hin, dass es sich bislang nur um eine Interessensbekundung handele und der Ausgang offen sei. Sollte es so kommen, könne die Entscheidung "die ersehnten und erhofften Zielzahlen deutlich nach oben ziehen".

Hapag-Lloyd bislang größter Kunde im Hamburger Hafen

Bislang ist Hapag-Lloyd größter Kunde im Hamburger Hafen. Innerhalb der Reederei-Allianz gibt es aber Forderungen, Hamburg künftig seltener anzulaufen. Die Reederei hat unterdessen in den vergangenen Monaten einen Einstieg am JadeWeserPort geprüft. Nach Informationen des NDR in Hamburg könnte darüber in zwei Wochen der Aufsichtsrat entscheiden. Dort hat allerdings auch die Stadt Hamburg eine Stimme, die rund 14 Prozent der Aktien von Hapag-Lloyd hält.

Hafenwirtschaftsvereinigung erhofft sich mehr Schiffe

Für den JadeWeserPort hätte der Einstieg der größten deutschen Reederei positive Auswirkungen - davon geht die Hafenwirtschaftsvereinigung aus. Denn dadurch würden mehr Schiffe Deutschlands einzigen Tiefwasserhafen ansteuern und es könnte mehr Ladung umgeschlagen werden. Für Hapag-Lloyd entstehen derzeit zwölf Containerschiffe der neuesten Generation, die die Vorteile des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven nutzen könnten: das tiefe Fahrwasser und die kurze Distanz in die Deutsche Bucht.

Maersk will Anteil am JadeWeserPort verkaufen

Neben der positiven Aussicht auf den möglichen Einstieg von Hapag-Lloyd gibt es aber auch eine schlechte Nachricht für den JadeWeserPort: Die weltgrößte Reederei Maersk aus Dänemark will ihren Anteil von 30 Prozent an dem Hafen verkaufen. Maersk konzentriert sich dann laut Hafenwirtschaftsvereinigung offenbar mehr auf Bremerhaven und Rotterdam.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.09.2021 | 12:00 Uhr

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