Zwei Leute betreten den Innenhof vom Landgericht Aurich. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Drogendealer verurteilt: Lange Haft - eine Million Euro weg

Stand: 03.12.2021 15:36 Uhr

Beim Auswerten von Daten des Kryptohandy-Anbieters Encrochat stießen Ermittler auf einen Mann aus Ostfriesland. Nun wurde er wegen Drogenhandels zu 13 Jahren Haft verurteilt - auch sein Geld ist weg.

Das Landgericht Aurich hat bei der Urteilsverkündung angeordnet, die illegalen Gewinne des 38-Jährigen aus Bunde (Landkreis Leer) einzuziehen. Dazu gehören eine Million Euro, ein Einfamilienhaus, ein Auto und Kryptowährungen, wie ein Gerichtssprecher am Freitag sagte. Die Kammer befand den Angeklagten demnach des bandenmäßigen Handeltreibens mit Drogen und Geldwäsche in 83 Fällen für schuldig. Als Mitglied einer Bande habe er über Jahre kiloweise Marihuana, Kokain und Amphetamin aus dem Ausland eingeführt. Seine Familie half ihm laut Gericht dabei.

Auch Ehefrau und Mutter verurteilt

Weiterhin wurden sowohl die Ehefrau als auch die Mutter des Angeklagten in dem Verfahren verurteilt. Die 39 Jahre alte Frau des Angeklagten muss wegen Beihilfe zur Geldwäsche für drei Jahre ins Gefängnis, von ihr werden zudem 100.000 Euro eingezogen. Die 64-jährige Mutter des Mannes aus Sande bleibt frei, muss aber eine Geldstrafe in Höhe von 18.000 Euro zahlen.

Encrochat-Daten: Allein 145 Verfahren in Niedersachsen

Der Polizei in den Niederlanden und Frankreich war es im vergangenen Jahr gelungen, verschlüsselte Nachrichten des Anbieters von Kryptohandys abzuschöpfen. Der Dienst hatte wegen seiner aufwendigen Verschlüsselung als unknackbar gegolten - und war deshalb bei Kriminellen beliebt. Allein in Niedersachsen wurden daraufhin 145 Verfahren wegen Drogen- und Waffengeschäften eingeleitet.

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Dieses Thema im Programm:

Regional Oldenburg | 03.12.2021 | 15:00 Uhr

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