Stand: 18.08.2020 20:54 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Dritte Dürre: Ernte "von katastrophal bis gut"

Ein Mähdrescher fährt über ein Feld mit Wintergerste. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch
Drei Jahre mit extremem Wetter: Viele Betriebe geraten laut Bauernverband in Existenznot. (Themenbild)

Die Landwirte ziehen Bilanz: Wie der Deutsche Bauernverband am Dienstag mitteilte, ist die Getreideernte in diesem Jahr "zum wiederholten Male unterdurchschnittlich". Laut Verbandspräsident Joachim Rukwied rechnet man mit einem Ertrag von 42,2 Millionen Tonnen - das wären fünf Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 mit 44,4 Millionen Tonnen. "Das Jahr 2020 war vielerorts das dritte durch Wetterextreme geprägte Jahr", sagte Rukwied. Viele Betriebe gerieten in Existenznot - auch in Norddeutschland.

Niedersachsen hadert mit der Wintergerste

Aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein gibt es noch keine konkreten Zahlen. Aber auch ohne ist eine Tendenz abzusehen. "Das Getreide ist zu 99 Prozent geerntet. Gerade die Wintergerste, die in erheblichem Umfang angebaut wird, ist vom Ertrag sehr, sehr schlecht gewesen", sagte Albert Schulte to Brinke, Präsident des Niedersächsischen Landvolks, dem NDR in Niedersachsen. Auch hier gebe es regionale Unterschiede - es sei alles eine Frage der Bodenbeschaffenheit und der Niederschlagsverteilung. "Das Wasserhaltungsvermögen der Böden entscheidet über Wohl und Wehe", so Schulte to Brinke. Schleswig-Holsteins Verbandspräsident Werner Schwarz wollte sich zur Ernte in seinem Land noch nicht äußern. Das Nachbarland veröffentliche seine Zahlen in der kommenden Woche, sagte eine Sprecherin gegenüber dem NDR.

MV: Qualitätsgefälle von Nordwest nach Südost

In Mecklenburg-Vorpommern hätten die Landwirte nach zwei Dürrejahren "eine durchschnittliche Getreideernte eingefahren", sagt Bauernpräsident Detlef Kurreck dem NDR - ebenfalls mit regionalen Unterschieden. "Man kann im Land alles sehen - von katastrophal bis sehr gut", so Kurreck. Problematisch sein die Ernte vor allem im Osten und im Süden des Landes gewesen. Dort sei die Wasserversorgung der Pflanzen zu einem frühen Zeitpunkt knapp geworden. Zudem habe es ständig Wind und späte Fröste gegeben - für einige Landwirte bedeute dies die vierte Ernte mit geringen Erträgen, hieß es vom Bauernverband MV. An der Küste und im Westen hingegen seien die Ernten gut gewesen.

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Eine Weizenähre im Vordergrund eines Weizenfeldes.  Foto: Julian Stratenschulte

Dritte unterdurchschnittliche Ernte in Folge

Erneut erwartet die Landwirtschaft in Deutschland eine schlechte Ernte. Die Entwicklung ist nach Ansicht des Bauernpräsidenten "besorgniserrregend". Mehr bei tagesschau.de (18.08.2020) extern

Gute Erntebedingungen: Hamburger Landwirte zufrieden

Die Hamburger Bauern hingegen ziehen ein positiveres vorläufiges Fazit. Demnach zeigten sich die Landwirte bei "besten Erntebedingungen zufrieden mit dem Ernteergebnis", hieß es in einer Mitteilung des Hamburger Bauernverbandes. "Die Ernte von Gerste, Roggen und Weizen ist zwar lokal sehr unterschiedlich, die trockenen und sonnigen Witterungsverhältnisse der letzten Tage haben aber für einen guten Ernteverlauf gesorgt", sagte Verbandspräsident Martin Lüdeke.

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Hallo Niedersachsen | 18.08.2020 | 19:30 Uhr

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