Stand: 29.01.2018 16:31 Uhr

Drei Jahre Haft für Verdener Rathaus-Angreifer

Das Amtsgericht Verden hat einen 48-Jährigen wegen eines Brandanschlags auf das Rathaus Verden zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Richter befanden den Mann in allen Anklagepunkten für schuldig, blieben allerdings unter der Maximalstrafe von vier Jahren Haft. Der Verdener hatte zu Beginn des Prozess an diesem Montag gestanden, im April 2017 mit einem Auto in das Glasfoyer des Rathaus gefahren zu sein und den Wagen dort mithilfe von Benzin in Brand gesetzt zu haben. Das Rathaus wurde durch die Tat schwer beschädigt, die Kosten für den Wiederaufbau belaufen sich auf 4,2 Millionen Euro. Weil die Tat an einem Sonntag passierte, war niemand in dem Gebäude, Verletzte gab es keine.

Ärger über Bauamt

Bereits in vorherigen Vernehmungen hatte der Mann die Tat gestanden. Als Grund gab er an, dass er sich über eine Baugenehmigung für sein Nachbargrundstück geärgert hatte. Vor Gericht widersprach der Angeklagte allerdings dem Vorwurf, dass er vor der Fahrt eine Propangasflasche absichtlich in den Wagen gepackt habe, um das Verwaltungsgebäude mit einer zusätzlichen Sprengstoffexplosion möglichst zu zerstören. Die Propangasflasche sei nur zufällig an Bord gewesen, sagte der Angeklagte. Dieser Version hatte die Ehefrau des Mannes dagegen widersprochen. Explodiert war die Flasche bei dem Anschlag nicht.

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Reste eines Brandes sind in Verden am Eingang zum Neubau des Rathauses und auf der Straße davor zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Carmen Jaspersen

Verdener wollte Rathaus in die Luft sprengen

Die Auto-Attacke auf das Rathaus Verden hatte zum Ziel, das Gebäude in die Luft zu sprengen. Der 47-jährige Festgenommene wollte gegen den Bau eines Mehrfamilienhauses protestieren. (11.04.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.01.2018 | 15:30 Uhr

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