Stand: 20.01.2020 11:43 Uhr

Dohle fährt bei Oldenburger Paketzusteller mit

Ein Paketzusteller mit einer Dohle auf der Schulter. © News5
Mark Wille versucht, die Dohle dazu zu bewegen, aus dem Auto zu fliegen. Doch das Tier sucht hartnäckig seine Gesellschaft.

Wenn Paketzusteller Mark Wille bei seiner Arbeit tierische Begegnungen hat, dann eher mit Hunden. Als der 37-jährige Oldenburger jedoch vor Kurzem Richtung Emstek unterwegs war und gerade eine Lieferung zugestellt hatte, hüpfte eine Dohle auf den Außenspiegel seines Transporters, auf den Rahmen des geöffneten Fensters und weiter auf seine Schulter. Wille zückte sein Smartphone und filmte die Begegnung mit dem - wie sich herausstellte - sehr hartnäckigen Rabenvogel.

Rabenvogel hockt während Fahrt auf Außenspiegel

"Die Dohle wollte erst einmal nicht mehr weg", sagte der 37-Jährige. Auch durch laute Rufe habe er sie nicht abschütteln können. Selbst als sie nach einer Weile aus dem Auto geflogen sei, habe sie sich auf den Außenspiegel gesetzt und sei noch ein Stück mitgefahren. Der Versuch, den Vogel bei Passanten "abzugeben", sei ebenfalls gescheitert. Schließlich habe das Tier jedoch von ihm abgelassen. Später habe Wille dann erfahren, dass es "fehlgeprägte" Dohlen gebe, die die Gesellschaft von Menschen statt von Artgenossen suchten. "Hätte ich das zu dem Zeitpunkt gewusst, hätte ich sie wohl in eine Wildtierstation gebracht", so Wille.

NABU vermutet menschliche Prägung

Auch Vogelschutzexperte Eric Neuling vom Naturschutzbund NABU in Berlin geht davon aus, dass die Dohle von Menschen geprägt ist. Raben- und Krähenvögel seien sehr gesellige Tiere. "Wenn sie als Jungtiere aus dem Nest fallen und von Menschen großgezogen werden, prägt sie das sehr stark und sie haben keine Scheu vor ihnen." Es sei sehr schwierig, die Tiere anschließend artgerecht in die Freiheit zu entlassen. Dass die Dohle auf Willes Schulter gesessen hat und im Auto mitgefahren ist, könne daran liegen, dass sie das früher bei einer Bezugsperson erlernt habe. Solche Tiere in eine Pflege- und Auffangstation des NABU zu bringen, sei sinnvoll, sagt Neuling. Die Mitarbeiter könnten einschätzen, ob ein Tier selbstständig überleben könne.

Weitere Informationen
Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde und Mitarbeiter Joachim Neumann halten eine Teppichpython. © dpa Bildfunk Foto: Peter Steffen

Artenschutzzentrum pflegt so viele Tiere wie nie

Die Zahl der Pflegetiere im Artenschutzzentrum Leiferde ist erstmals auf mehr als 3.000 gestiegen. Das teilte die Einrichtung des NABU mit. (15.02.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 11.04.2019 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Ein Mann raucht und hält ein Bierglas fest. © Picture Alliance / Blickwinkel Foto: McPHOTO/M. Begsteiger

Corona-Krise verführt zu mehr Tabak- und Alkoholkonsum

Ein Viertel der Menschen, die ohnehin mehrmals die Woche trinken, macht dies seit Beginn der Corona-Krise noch häufiger. mehr

Eine Sternschnuppe ist am Nachthimmel zu sehen. © TeleNewsNetwork
1 Min

Orioniden-Schauer erleuchtet den Nachthimmel

Über Harpstedt im Landkreis Oldenburg waren die Sternschuppen in der Nacht besonders gut zu sehen. 1 Min

Stilisierte Coronaviren überziehen eine Karte von Norddeutschland © imago images Foto: Science Photo Library

Corona: Infektionszahlen steigen, Einschränkungen nehmen zu

In sieben niedersächsischen Kommunen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile über dem Grenzwert von 50. mehr

Schülerinnen und Schüler, die einen Mund-Nasen-Schutz tragen, betreten einen Linienbus. © dpa - Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Corona: Landkreis Leer will zusätzliche Schulbusse einsetzen

Drei Strecken sollen so entlastet werden. Der Landkreis hat dazu einen Vertrag mit der Weser-Ems-Bus AG geschlossen. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen