Zwei große Schiffe auf dem Wasser, im Hintergrund Windräder. © NDR Foto: Jörn Pietschke

Der Widerstand wächst: Wohin mit Hamburgs Hafenschlick?

Stand: 20.11.2020 14:30 Uhr

Die Pläne von Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) für eine Schlickdeponie vor der Elbinsel Scharhörn stoßen auf immer größeren Wiederstand.

Vor wenigen Wochen haben Umweltschützern in Cuxhaven schon gegen die Pläne protestiert. Nun haben die im Bündnis "Lebendige Tideelbe" zusammengeschlossenen Verbände mit einer Klage gedroht. Auch aus dem Bundesverkehrsministerium gibt es Gegenwind: Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) hält eine Unterwasserdeponie am Rande des Nationalparks Wattenmeer für "völlig unmöglich". Das sagte Ferlemann dem NDR. Selbst wenn die Hamburger ihren Hafenschlick vor der Elbinsel Scharhörn auf eigenem Grund und Boden verklappen würden, spiele die Nähe des Nationalparks doch eine wesentliche Rolle, so Ferlemann weiter.

Schlick als Baumaterial für Deiche

Schifffahrtsexperten weisen zudem daraufhin, dass auch die Bundeswasserstraße Elbe beeinträchtigt werden könnte, wenn das Sediment aus der Unterwasserdeponie herausgespült werde und durch die Strömung verdrifte. Ferlemann kündigte an, einen Vorschlag der Deichverbände an der Elbe zu prüfen, ob das Baggergut getrocknet und als sogenannter Klei beim Deichbau verwendet werden kann. Im Gespräch ist offenbar auch, den Hamburger Hafenschlick weit hinaus auf die Nordsee zu transportieren. Dort könnte das Baggergut in Ausschließlichen Wirtschaftszonen jenseits des Küstenmeeres verklappt werden.

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Eine Sandbank vor der Insel Scharhörn. © picture alliance / blickwinkel Foto: Luftbild Bertram

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Soll Hamburger Hafenschlick vor Scharhörn verklappt werden? Die Umweltverbände drohen mit rechtlichen Schritten. (19.11.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 20.11.2020 | 17:00 Uhr

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