Stand: 14.01.2018 18:00 Uhr

Der OB und der Urlaub: Wagner geht - 2019

In Wilhelmshaven beherrscht derzeit eine ungewöhnliche Frage die Kommunalpolitik: Wie lange hat Oberbürgermeister Andreas Wagner (CDU) im vergangenen Jahr Urlaub gemacht? Der Verwaltungschef, so lauten zumindest Vorwürfe, sei im Jahr 2017 an insgesamt 19 Wochen abwesend gewesen. Am Sonntag hat sich Wagner im Rahmen eines Empfanges im Rathaus zum Thema geäußert. Er habe sich nichts vorzuwerfen, die Vorwürfe seien haltlos. Und: Er stehe für eine weitere Amtszeit ab Ende 2019 aus privaten Gründen nicht zur Verfügung. Damit muss die CDU in Wilhelmshaven nun einen neuen Kandidaten für die kommende Wahl suchen.

Andreas Wagner

Wilhelmshavens OB Wagner tritt nicht wieder an

Hallo Niedersachsen -

Beim Neujahrsempfang schloss Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner eine zweite Amtszeit aus. Die Vorwürfe um lange Urlaubszeiten bezeichnete er als "Unsinn".

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Wagner: Liste stammt nicht aus Rathaus

Im Zuge struktureller Veränderungen sei mehr und mehr Kritik an der Verwaltung aufgekommen, sagte der CDU-Politiker am Sonntag. "Mit einer angeblich im Rathaus kursierenden Liste zu meinen Abwesenheiten haben wir in diesem Kapitel aktuell offenbar einen Höhepunkt erreicht", sagte Wagner laut schriftlich übermitteltem Redetext. Er habe keine Zweifel daran, dass diese Liste nicht aus dem Rathaus stamme, sondern von außen hereingetragen wurde. Man versuche, ein Klima des Misstrauens aufzubauen und ihn zu diskreditieren. Zuvor hatte er bereits über sein Büro mitteilen lassen, dass er sich an den gesetzlichen Urlaubsanspruch von 31 Tagen im Jahr halten würde. Eine klare Aussage Wagners, wie lange und aus welchen Gründen er 2017 nicht in seinem Büro war, gab es am Sonntag nicht - auch wenn vermutlich viele in Wilhelmshaven darauf spekuliert beziehungsweise gehofft hatten.

Sondersitzung am kommenden Freitag

Der Rechnungsprüfungsausschuss soll nun Licht in die Angelegenheit bringen. Am kommenden Freitag soll nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen eine Sondersitzung des Rates der Stadt stattfinden, bei der Wagner sich erklären und darüber hinaus Nachweise über seine Abwesenheit geben will. Die SPD-Fraktion der Stadt hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, eine Sondersitzung des Rates zu beantragen. Auch die Grünen, Wagners Partei CDU und die FDP fordern eine Aufklärung des Themas. Die Vorwürfe seien bisher unspezifisch, sagte der Fraktionsvorsitzende der FDP, Michael von Teichmann. Es gelte die Unschuldsvermutung. "Dennoch rate ich dem OB, die Sachen aufzuklären." Das würde ihm gut tun und sei auch für das Amt das Beste. Ob die geplante Sondersitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, soll noch geklärt werden.

Weitere Informationen

Vorwürfe gegen OB Wagner: SPD verlangt Erklärung

19 Wochen soll Wilhelmshavens OB Wagner (CDU) nicht im Büro gewesen sein. Die SPD will nun eine Sondersitzung des Rates beantragen: Wagner soll persönlich Stellung beziehen. (09.01.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.01.2018 | 12:00 Uhr

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