Eine Halle steht in Flammen.

Delmenhorst: Schadstoffe lagerten in abgebrannter Halle

Stand: 02.10.2020 14:15 Uhr

Eine Woche nach einem Großbrand auf einem Industriegelände in Delmenhorst hat die Stadt eingeräumt, dass dort Schadstoffe illegal gelagert wurden. Anwohner haben eine Bürgerinitiative gegründet.

Bereits seit Jahren suchen die Anwohner wegen des Areals Kontakt zu den Ämtern, heißt es vonseiten der Bürgerinitiative. Nach dem Großbrand, bei dem eine Lagerhalle, mehrere Oldtimer, Autos und Wohnmobile zerstört wurden, fordern sie Antworten. Zumal einen Tag später Tausende tote Fische in einem an das Gelände angrenzenden Fluss gefunden wurden. Der Fischereiverband zog daraufhin einen Biologen hinzu. Dieser habe Löschschaum als Ursache ausgeschlossen. Die Stadt Delmenhorst hat sich am Freitag auf mehrere Anfragen des NDR in Niedersachsen nicht geäußert.

Reiniger, Flüssigseife und Altöl in Lagerhalle

Nur zu den Schadstoffen hat sich die Stadt bereits am Donnerstag geäußert: Auf dem Gelände der ehemaligen Kunststofffabrik wurden demnach rund 20.000 Liter Reiniger und Flüssigseife, 1.000 Liter Altöl, sowie 100 Liter Diesel gelagert. Die Schadstoffcontainer hätten in dem Bereich gestanden, wo es gebrannt hat. Die Sprecherin der Bürgerinitiative, Wiebke Machel, beklagt derweil, dass nichts darüber bekannt sei, wer das Gelände nutzt und ob Proben genommen wurden.

Warnung vorm Betreten der Gärten

Viele Anwohner seien verunsichert, so Machel. Einigen habe die Feuerwehr dazu geraten, ihre Gärten nicht zu betreten. Auch dazu äußerte sich die Stadt bislang nicht. Anwohner behaupten, dass auf dem Industriegelände schon länger illegal Chemikalien gelagert werden. Auch nächtliche Autorennen seien am Wochenende beobachtet worden.

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Ein Großbrand auf einem Industriegelände in Delmenhorst hat die Feuerwehr beschäftigt. Teile einer Lagerhalle standen in Flammen. Oldtimer und Wohnmobile wurden dabei zerstört. (25.09.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.10.2020 | 13:00 Uhr

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