Stand: 21.01.2019 15:46 Uhr

Cuxhaven: Havarierter Tanker wird untersucht

Der in der Elbmündung bei Cuxhaven havarierte Tanker "Oriental Nadeshiko" sitzt nicht mehr auf Grund. Wie das Havariekommando Montagmittag mitteilte, konnten fünf Schlepper das Schiff wieder in tieferes Wasser ziehen. Die Experten hatten für die Bergung das Mittagshochwasser abgewartet. Zudem war Ballastwasser abgepumpt worden, um das Schiff leichter zu machen. Der mit rund 9.000 Tonnen Gefahrgut beladene Tanker, der in der Nacht zu Montag auf Grund gelaufen war, ist zur weiteren Untersuchung nach Cuxhaven gebracht worden.

Keine Schäden festgestellt

Das Havariekommando hatte neben den Schleppern auch das Mehrzweckschiff "Neuwerk" und das Peilschiff "Stickers Gat" an die Unglücksstelle beordert. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen wurden zudem vier Experten an Bord gebracht, die bei der Sicherung der Schleppverbindungen helfen sollten. Auch den 22 Besatzungsmitgliedern sei nichts passiert. Die Bergung selbst gelang schneller als gedacht. Ein Ölüberwachungsflugzeug hatte die "Oriental Nadeshiko" am Morgen bereits überflogen. Dabei wurde nach Angaben des Sprechers kein Schadstoffaustritt festgestellt.

Havarie offenbar durch technisches Problem ausgelöst

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Die Karte des Havariekommandos zeigt, wo sich der Tanker festgefahren hat.

Die Wasserschutzpolizei hat Ermittlungen zur offiziell noch ungeklärten Unglücksursache aufgenommen. Nach Informationen des NDR soll ein technisches Problem für die Havarie der "Oriental Nadeshiko" verantwortlich sein. Dafür spricht, dass zum Zeitpunkt des Festfahrens ein Lotse an Bord war und keine außergewöhnlichen Wetterbedingungen herrschten. Auch die Lage des Schiffes deutete auf ein Ruderversagen hin: Der Tanker lief geradeaus auf die Sandbank, obwohl das Elbfahrwasser an dieser Stelle vor Otterndorf eine leichte Kurve macht.

Gefahrgut der Klasse 3 geladen

Der Tanker war aus Bützfleth (Landkreis Stade) kommend auf dem Weg nach Tarragona in Spanien, als er gegen 1 Uhr in der Nacht in der Elbmündung stecken blieb. Das Gefahrgut, das die "Oriental Nadeshiko" an Bord hat, gehört zur Klasse 3 der entzündbaren flüssigen Stoffe. Darunter sind Hydraulikflüssigkeit sowie Konservierungs- und Lösungsmittel:

  • 7.500 Tonnen Ethylendichlorid
  • 1.250 Tonnen 1,2-Propylenglykol
  • 250 Tonnen 1-Methoxy-2-Propanol

Nach Angaben des Havariekommandos war das Schiff nicht voll beladen. Der 124 Meter lange Tanker fährt unter der Flagge von Panama. Größere Auswirkungen auf den Schiffsverkehr auf der Elbe hatte das Unglück bislang nicht. "Die anderen Schiffe wurden von der Verkehrszentrale Cuxhaven sicher an der Stelle vorbeigeleitet", so der Sprecher.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 21.01.2019 | 07:30 Uhr

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