Zwei Polizisten stehen nebeneinander auf einer Straße. © NDR Foto: Julius Matuschik

Corona-Hochburg Cloppenburg: Haufenweise Regelverstöße

Stand: 01.11.2020 17:18 Uhr

Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 268,3 pro 100.000 Einwohner ist der Landkreis Cloppenburg, Stand Sonntag, trauriger Spitzenreiter in Niedersachsen. Trotzdem wurde dort ohne Vorsicht gefeiert.

Drei gemeinsame Streifen des Landkreises und der Polizei haben am Freitag und Sonnabend in den Abendstunden die Einhaltung der Corona-Regeln kontrolliert. Insgesamt seien dabei 109 Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden, hieß es. In den meisten Fällen ging es laut Polizei um Gruppen aus mehr als zwei Haushalten und das Nichteinhalten des Mindestabstands ohne Mund- und Nasen-Bedeckung.

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Manche Bürger zweimal erwischt

Vor allem auf dem Marktplatz in Cloppenburg und in der näheren Umgebung griffen die Beamten ein. Einige Personen hätten versucht, wegzulaufen, seien aber meist selbst dafür zu betrunken gewesen. "Auch gab es Mitbürger, die am Abend sogar ein weiteres Mal aufgegriffen wurden, was für den zweiten Fall der Uneinsichtigkeit eine Steigerung des Bußgeldes nach sich ziehen wird", teilte die Polizei mit.

Sperrstunde missachtet, Abstand und Maske ignoriert

Unter anderem lösten die Beamten in Cloppenburg eine private Ansammlung von zwölf Personen auf - offenbar fast alle aus unterschiedlichen Haushalten. In Cloppenburg, Löningen, Emstek und Bösel wurden den Angaben zufolge insgesamt 35 Personen des Platzes verwiesen. Nicht nur sei dort gegen die Sperrstunde verstoßen worden, sondern auch gegen Abstandsvorgaben und Maskenpflicht. Zudem seien mehr als zwei Haushalte zusammengekommen.

Polizei: Mit Alkohol schwindet die Einsicht

Die Polizisten stellten fest, dass sich vor allem alkoholisierte Personen massiv beschwerten: "Die Einsicht zur Einhaltung der Corona-Vorschriften schwindet" durch Alkohol, hieß es. Einen Unterschied stellten die Beamten bei den kontrollierten Altersgruppen fest: Im öffentlichen Raum halten sich demnach hauptsächlich 14- bis 25-Jährige auf, in den Gaststätten Menschen zwischen 30 und 50 Jahren.

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Feierwut trotz Corona und Appellen

Das letzte Wochenende vor dem erneuten sogenannten Lockdown wollten offenbar zahlreiche Menschen noch einmal zum Feiern nutzen - ungeachtet der massiv steigenden Infektionszahlen und des Appells von Behörden, dies nicht zu tun. In einer Bar in Hannover trafen Beamte in der Nacht zu Sonntag 400 bis 500 Personen an. Teilweise tanzten sie auf den Tischen und trugen keine Masken. Auch in der etwa 30 Meter langen Warteschlange vor der Tür seien keine Abstände eingehalten worden, so eine Sprecherin. Die Bar wurde geschlossen. Den Betreiber erwartet ein Bußgeld. Polizei und Gesundheitsamt hatten den Betreiber bereits am Freitag aufgefordert, das Hygienekonzept einzuhalten. Er hatte zuvor unter anderem mit Freibier geworben. Zwei weitere Bars wurden ebenfalls geschlossen, weil sie Auflagen missachtet hatten.

Party auf Leuphana-Campus - Polizei setzt Pfefferspray ein

Auch in anderen Städten im Land war die Polizei verstärkt unterwegs. In Lüneburg etwa wurden mehrfach feiernde Personen gemeldet. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, feierten in der Nacht zu Sonntag rund 50 Personen auf dem Campus der Leuphana Universität. Masken wurden laut Polizei nicht getragen. Da ausgesprochene Platzverweise nicht eingehalten worden seien, setzten die Einsatzkräfte auch Pfefferspray ein. In Vechta (7-Tage-Inzidenz am Sonntag: 264,7) hielten sich laut Polizei rund 130 Menschen in einer Shisha-Bar auf - es habe "diverse Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz" gegeben. Die Bar wurde geschlossen. Es gab aber auch andere Erfahrungen: Bei Kontrollen im Landkreis Northeim etwa stellten die Beamten nach eigenen Angaben keine Verstöße fest.

 

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.11.2020 | 08:00 Uhr

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