VIDEO: Corona kompakt: Inzidenz in Emden bleibt hoch (2 Min)

Corona: 128,2 - Emden nun mit bundesweit höchster Inzidenz

Stand: 03.06.2021 08:56 Uhr

Emden nimmt in Deutschland heute den Spitzenplatz bei der Sieben-Tage-Inzidenz ein. Zwar fiel der Wert auf 128,2 aber im Landkreis Hildburghausen in Thüringen liegt der Wert nur noch bei 126,6.

Gestern lag der Wert in Emden noch bei 138,2. Die Stadt führt das Infektionsgeschehen hauptsächlich auf drei sogenannte Cluster zurück. Insgesamt seien allein diese drei Ausbruchsgeschehen für mehr als die Hälfte aller Infektionen in der aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz verantwortlich, so die Stadt.

Ausbruch in Pflegeeinrichtung

Zum einen gebe es mehrere Fälle von in Emden lebenden und bei einer größeren Firma außerhalb der Stadt arbeitenden Personen, die täglich in Fahrgemeinschaften zur Arbeit pendelten, so die Stadt. Seit Anfang Mai sind 27 Infektionen von Mitarbeitenden und 15 Co-Infektionen von Familienmitgliedern und im Familienumfeld bekannt geworden. Zudem seien aus einer Pflegeeinrichtung mehrere Infektionen gemeldet worden. Bei einer erneuten Reihentestung seien fünf weitere Infektionen von überwiegend geimpften Bewohnerinnen hinzugekommen.

Mehrere Infektionen in örtlichem Betrieb

Außerdem gebe es mehrere Infektionen in Verbindung mit einem örtlichen Betrieb. Hier seien acht Personen, insbesondere im familiären Umfeld, infiziert. Auch eine zweite Familie mit mehreren Kindern sei betroffen. "Insbesondere dieses dritte Cluster macht uns Sorgen, da erhebliche Auswirkungen auf Kitas, Schulen und gegebenenfalls weitere Infektionen in der zweiten Familie zu erwarten sind", hieß es am Mittwoch vonseiten der Stadt.

OB: Emden hat Situation im Griff

Um die Zahl der Neuinfektionen in den Griff zu bekommen, forderte die CDU, die Bundeswehr zu Hilfe zu holen. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) sagte dagegen, dass man die Lage im Griff habe, sehr viel teste und alle Kontakte nachverfolgen könne. Dennoch sei es denkbar, dass die Inzidenz auch weiterhin hoch bleibe. So wie in Delmenhorst, wo die Inzidenz im vergangenen Herbst sehr hoch war und es Wochen dauerte, bis sie wieder sank. "Ich verstehe, dass die Geduld der Menschen nach fast eineinhalb Jahren Pandemie endlich ist", sagte Kruithoff. Er versicherte: Es werde alles dafür getan, dass sich die Situation auch in Emden bald entspannt.

Landesgesundheitsamt lobt Vorgehen der Stadt

Nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts (NLGA) gibt es seit Beginn der Pandemie vielerorts immer wieder regionale Ausbrüche. Emden sei bislang gut gefahren. Vor allem die geringe Einwohnerzahl spiele bei den hohen Zahlen nun eine Rolle. Einzelne Ausbrüche wirkten sich so stärker auf den Inzidenzwert aus, sagte ein NLGA-Sprecher. Insgesamt lobte das Landesgesundheitsamt das Vorgehen und die Kommunikation der Stadt.

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