Stand: 15.01.2019 20:24 Uhr

Container-Havarie: Bergung verzögert sich weiter

Die "Atlantic Tonjer" soll die Container in der Nordsee bergen. Das Spezialschiff verfügt über einen 50-Tonnen-Kran an Bord.

Die seit Sonnabend ruhende Bergung der fast 300 Container, die der Frachter "MSC Zoe" Anfang Januar in einem Sturm verloren hat, verzögert sich weiter. Wie das Havariekommando am Dienstag mitteilte, können die Einsätze wegen der weiter schlechten Wetteraussichten wohl nicht vor Freitag anlaufen. Zunächst war das Havariekommando noch auf eine Fortsetzung der Suche am Mittwoch gehofft. Sobald sich das Wetter beruhigt, sollen die Bergungsmaßnahmen anlaufen, hieß es. Dann soll auch ein Spezialschiff das Einsatzgebiet anlaufen.

Dauer der Bergung völlig offen

Nach Angaben des Havariekommandos wurde die "Atlantic Tonjer" mit einem 50-Tonnen-Kran an Bord von der Bergungsfirma mit dem Einsatz beauftragt. Wie lange die Bergungsaktion insgesamt dauern wird, ist derzeit völlig offen. "Das Gebiet ist tideabhängig, daher lässt sich das ganz schlecht sagen", sagte eine Sprecherin des Havariekommandos. Zuvor waren Suchschiffe mit Sonar im Einsatz. Insgesamt seien 26 Stellen ausgemacht worden, an denen Container oder Teile von Containern liegen könnten.

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In einer Tiefe von bis zu 30 Metern

Ein großer Teil der Container befindet sich nach Angaben des Havariekommandos an zwei Gebieten auf der Schifffahrtsroute nördlich der niederländischen Inseln Terschelling und Schiermonnikoog sowie östlich davon in Richtung von Borkum. Die meisten Container lägen in einer Tiefe zwischen 20 und 30 Metern. Die Bergung wird nach Angaben eines niederländischen Ministeriumssprechers wegen der stark befahrenen Route nicht einfach werden. "Das ist wie auf einer Autobahn."

170 Kubikmeter Strandgut an deutschen Stränden

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Nach jüngsten Angaben verlor die "MSC Zoe" 291 Container in der Nordsee.

Die "MSC Zoe" hatte in der Nacht zum 2. Januar insgesamt 291 Container verloren, davon zwei mit Gefahrstoffen. 18 Container waren aufgebrochen und an niederländischen Inseln angespült worden. Der Inhalt der Container landete an den Stränden mehrerer niederländischer und deutscher Inseln. Plastik, Styropor, Schuhe, Spielzeug, Kühlschränke und Fernseher mussten eingesammelt werden. An Stränden in Deutschland wurden nach Angaben des Havariekommandos bis Dienstag rund 170 Kubikmeter Strandgut eingesammelt. Der Großteil sei dabei auf Borkum angespült worden.

"MSC Zoe": Container-Ladung wird Strandgut

Reederei übernimmt Kosten

Die Schweizer Reederei MSC hatte zugesagt, alle beteiligten Kräfte zu unterstützen und die Kosten für die Bergungsaktion zu übernehmen. "Die Suche geht weiter, bis der letzte Container gefunden ist", teilte MSC mit. Die Ladungs- und Bergungsarbeiten an Bord des Megafrachtes wurden am Dienstag abgeschlossen. Die in Bremerhaven liegende "MSC Zoe" soll bald wieder in Fahrt gehen. Ein genauer Termin steht einer Reedereisprecherin zufolge in Hamburg jedoch noch nicht fest.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.01.2019 | 15:00 Uhr

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