Stand: 12.04.2017 18:49 Uhr

Bundeswehr will Nerds und Hacker rekrutieren

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Die Teilnehmer können sich unter anderem an Bord der Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" über die IT-Arbeit informieren. (Archiv)

Während des Kalten Krieges gab es ein klares Feindbild: Die NATO und der Warschauer Pakt standen sich mitten in Europa mit riesigen Panzerarmeen gegenüber. Auch die Bundeswehr war eine auf eine Landschlacht ausgerichtete Armee. Heutzutage drohen jedoch nicht nur Auseinandersetzungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft, sondern auch im sogenannten Cyber-Space. Dazu will die Bundeswehr ein neues Kommando aufbauen. Händeringend sucht die Bundeswehr deshalb IT-Experten. Aktuell werden 1.000 Stellen als IT-Soldaten sowie über 800 Jobs als militärische oder zivile IT-Administratoren angeboten, teilte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums im Rahmen des erstmals stattfindenden "IT-Cyber Camps" im Marinestützpunkt Wilhelmshaven mit.

Experte: "Befehl und Gehorsam ist nichts für Hacker"

Um sich vor Hackerangriffen zu schützen, sollen im Bereich "Cyber- und Informationsraum" künftig rund 14.000 Menschen arbeiten - diese zu finden, dürfte nicht einfach werden: So verdienen IT-Fachleute in der freien Wirtschaft ungleich mehr, nach Ansicht von Fachleuten ist zudem die militärische Kultur für die gesuchte Klientel wenig attraktiv. "Befehl und Gehorsam ist etwas, was Hacker so nicht kennen, so arbeiten sie auch nicht", sagt Marcel Dickow von der Stiftung Wissenschaft und Politik zu dem Thema. Wohl auch deshalb versucht das Verteidigungsministerium eigene Experten auszubilden. Die Truppe hofft, unter anderem über die sogenannten "IT-Cyber Camps" Abhilfe zu schaffen und an geeigneten Nachwuchs zu kommen. Bei solchen mehrtägigen Truppenbesuchen können sich Interessierte über die IT-Arbeit bei der Bundeswehr und die Anforderungen an Bewerber informieren. Das erste dieser Camps läuft bis einschließlich Donnerstag im Marinestützpunkt Wilhelmshaven.

Künftig zwei Camps pro Jahr

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"Wilhelmshaven stelle den maritimen Anteil bei den diesjährigen 'Cyber-Days' dar", so die Bundeswehr. Die Teilnehmer können dort unter anderem die Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" besuchen, dort mit dem Kommandanten und dem Ersten Offizier sprechen und sich über die Arbeit eines IT-Spezialisten und seine Aufgaben an Bord erkundigen. Bei alldem stehe "die IT-Affinität der einzelnen Bewerber im Vordergrund", hieß es. Alle Übungen, Aufgaben und Besuche seien darauf ausgerichtet, "den Teilnehmern die Arbeit als IT-Spezialist bei den Streitkräften zu erläutern und das Interesse an einer Beschäftigung in der Bundeswehr zu steigern", so ein Sprecher. Bundesweit veranstaltet die Bundeswehr vom 10. bis 22. April fünf solcher Camps. Künftig soll es sie zwei Mal im Jahr für 25 bis 30 Teilnehmer geben.

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