Stand: 16.06.2020 19:24 Uhr

Bund prüft Finanzhilfen für Meyer Werft

Das Kreuzfahrtschiff "Iona" an der Dockschleuse. © Meyer Werft Foto: David Hecker von Aschwege
Die Meyer Werft könnte offenbar Hilfen vom Bund erhalten. (Archivbild)

Der Markt für Kreuzfahrtschiffe ist durch die Corona-Pandemie regelrecht zusammengebrochen. Die Papenburger Meyer Werft befindet sich deshalb in einer schweren Krise. Bei dem traditionsreichen Schiffbau-Unternehmen stehen deshalb Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die seit Mai geltende Kurzarbeit für die Belegschaft soll verlängert werden. Nach Angaben eines Werftsprecher verhandelten darüber am Dienstag Vertreter der Geschäftsführung, des Betriebsrates und der Gewerkschaft IG Metall. Bekannt ist bereits, dass das Unternehmen mit dem Betriebsrat über mehrwöchige Betriebsschließungen im Sommer und Winter verhandelt. Auch das Land Niedersachsen hat bereits erste Gespräche zur Zukunft der Werft geführt. Jetzt könnte auch der Bund dem angeschlagenen Schiffbauer helfen. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigt, dass es mit der Meyer Werft wegen finanzieller Hilfen in Kontakt steht.

Bundesregierung prüft Unterstützungsmaßnahmen

Wörtlich heißt es in einem Schreiben, das NDR 1 Niedersachsen vorliegt: "Derzeit prüft die Bundesregierung, welche Unterstützungsmaßnahmen anwendbar sind, um die Beschäftigung auf der Werft und bei den Zulieferunternehmen zu sichern." Möglich, so das Ministerium, wären Hilfen aus dem Sonderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dem Wirtschaftsstabilisierungsfond und dem Konjunkturpaket.

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Küstenländer hatten Hilfen gefordert

Dass der Bund die Werften unterstützen sollte, hatten Mitte Mai schon die fünf norddeutschen Bundesländer in einem gemeinsamen Appell gefordert. Und auch der niedersächsische Bundestagsabgeordnete und Haushaltspolitiker der Linken, Victor Perli, findet, dass der Bund speziell der Meyer Werft jetzt helfen sollte. Allerdings sollte die Werft im Gegenzug ihren Firmensitz aus Luxemburg zurück nach Deutschland verlegen, die Arbeitsplätze sichern und die Mitbestimmungsrechte ausweiten, so Perli zu NDR 1 Niedersachsen.

Stammbelegschaft muss länger auf Urlaubsgeld warten

Der finanziell angeschlagenen Meyer Werft fehlen nach eigenen Angaben rund 1,2 Milliarden Euro. Am Montag wurde bekannt, dass sie der Stammbelegschaft das Urlaubsgeld offenbar später als geplant auszahlen will. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen soll es erst überwiesen werden, wenn das Kreuzfahrtschiff "Iona" an die Reederei übergeben ist. Zuvor war die Auszahlung für Ende Juni geplant. Ein Werftsprecher äußerte sich auf Anfrage von NDR 1 Niedersachsen dazu nicht. Er sagte aber, dass die Übergabe der "Iona" frühestens im Juli stattfinden werde. Der ursprüngliche Termin war Anfang Mai.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.06.2020 | 06:00 Uhr

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