Stand: 17.09.2018 07:10 Uhr

Brennstoffzellenzug: Premiere mit hohen Erwartungen

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Der weltweit erste mit elektrischer Energie aus Wasserstoff betriebene Zug ist am Sonntag in Bremervörde zu seiner Premierenfahrt gestartet.

Weltpremiere im Landkreis Rotenburg: In Bremervörde ist am Sonntag der weltweit erste mit Wasserstoff angetriebene Zug zur seiner Premierenfahrt gestartet. Von heute an soll der emissionsfreie Regionalzug "Coradia iLint" nach Angaben der Landesnahverkehrsgesellschaft die Städte Bremervörde, Cuxhaven, Bremerhaven und Buxtehude verbinden. Auf der knapp 100 Kilometer langen Strecke sollen zwei der Züge im regulären Linienverkehr Fahrgäste transportieren. Langfristig sollen die mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen-Züge den Diesel als Antriebsmittel auf den Schienen ersetzen.

Männer in Anzügen werden vor einer blauen Eisenbahn fotografiert.

Weltpremiere: Wasserstoffzug nimmt Betrieb auf

Hallo Niedersachsen -

In Bremervörde hat der weltweit erste mit Wasserstoff angetriebene Personenzug seine Premierenfahrt gestartet. Dank einer Brennstoffzelle fährt er komplett emissionsfrei.

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Althusmann: "Pionierarbeit im Nahverkehr"

Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) stellte bei der ersten Fahrt die mögliche Bedeutung des Wasserstoffzuges heraus. Dies sei ein wegweisendes Projekt, so Althusmann. Der Probebetrieb stelle zudem eine "echte Pionierarbeit im Nahverkehr" dar. "Wenn es gelingt, die Einsatztauglichkeit der Brennstoffzellentechnologie im täglichen Betrieb nachzuweisen, werden wir die Weichen dafür stellen, dass der Schienenverkehr in Zukunft weitestgehend klimafreundlich und emissionsfrei betrieben werden kann", sagte Althusmann.

So schnell wie ein Dieselzug

Der von der Firma Alstom in Salzgitter gebaute "Coradia iLint" hat auf dem Dach einen Wasserstofftank und eine Brennstoffzelle. Diese wandelt den Wasserstoff direkt in elektrische Energie um. Der Zug ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern so schnell wie ein Dieselzug. Mit einer Tankfüllung kommt der Wasserstoffzug rund 1.000 Kilometer weit.

Nur Wasser statt Kohlendioxid und Ruß

Die Verbindung von Wasserstoff und Brennstoffzelle ermöglicht das Speichern von Energie und emissionsfreies Fahren auch über längere Strecken. Statt Kohlendioxid, Ruß und Feinstaub hinterlässt ein Wasserstoffmotor lediglich ein paar Tropfen Wasser. Überschüssige Energie wird in leistungsstarken Lithium-Ionen-Batterien im Boden des Zuges gespeichert. Die künftig von dem Wasserstoff-Brennstoffzellen-Zug bediente Strecke ist nicht durch Oberleitungen elektrifiziert. Bislang verkehren dort Dieseltriebwagen. Alstom will bis Ende 2021 insgesamt 14 Brennstoffzellen-Züge für die Landesnahverkehrsgesellschaft auf die Schiene bringen. Das Verkehrsministerium in Hannover fördert die Anschaffung mit rund 81,3 Millionen Euro.

Wasserstoff-Tankstelle in Bremervörde in Planung

Nach NDR Informationen wird der Wasserstoff zunächst mit Tankwagen aus den Niederlanden angeliefert. Künftig soll der benötigte Wasserstoff aber direkt in Bremervörde erzeugt werden. Eine entsprechende Anlage mit der Wasserstoff-Tankstelle für den Zug soll demnächst gebaut werden. Die nötige Energie für die Herstellung des Wasserstoffs soll dann nach Betreiberangaben aus regenerativen Quellen stammen.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.09.2018 | 15:00 Uhr

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