Stand: 02.04.2020 11:25 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Der Südpol war zur Zeit der Dinosaurier eisfrei

Als die Dinosaurier lebten, war die Antarktis eisfrei. Diese Erkenntnis haben Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) gewonnen. Auf einer Expedition mit der "Polarstern" in die Westantarktis vor drei Jahren haben sie Teile des Meeresbodens entnommen. Die Bohrungen waren bis zu 30 Metern tief, wo die Schichten bis in die mittlere Kreidezeit zurückreichten. Diese Bohrkerne haben die Wissenschaftler am AWI jetzt untersucht und die Ergebnisse im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht. Durchschnittstemperatur der Antarktis: zwölf Grad

Durchschnittstemperatur der Antarktis: zwölf Grad

In den Bohrkernen befanden sich demnach sehr gut erhaltene Wurzelgeflechte, Pollen verschiedener Pflanzen sowie Spuren von Nadelhölzern und Baumfarnen. Diese Proben belegen nach Angaben der Wissenschaftler, dass es in der Antarktis vor 90 Millionen Jahren Sumpf- und Moorlandschaften und einen gemäßigten Regenwald gab. "Der Fund hat uns sehr überrascht", sagte der Erstautor der Studie, AWI-Geologe Johann Klages. Laut der Analysen ist es in der Antarktis damals im Jahresdurchschnitt zwölf Grad warm gewesen - zwei Grad wärmer als in Deutschland 2019. "Damit steht fest, dass die Antarktis eisfrei gewesen sein muss", sagte Klages. Bislang sei dies nicht sicher gewesen. Lediglich sei bekannt gewesen, dass die Kreidezeit eine der wärmsten Zeiten war, Hinweise aus der Gegend Nahe des Südpols habe es zuvor aber nicht gegeben.

Kohlendioxid als Energielieferant für Pflanzen

Die Wissenschaftler konnten sich zunächst nicht erklären, wie auf einer geografischen Breite von 82 Grad Süd mit einer viermonatigen Polarnacht ein gemäßigter Regenwald habe wachsen können, so Klages. Analysen hätten dann ergeben, dass die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre viel höher war als bisher vermutet. "Die Studie verdeutlicht, welch hohes Potenzial das Treibhausgas Kohlendioxid als Energielieferant besitzt und welche Kühleigenschaft die heutigen Eisschilde haben", sagte Klages. Weiterhin Rätsel gibt den Forschern auf, wieso sich das Klima später abkühlte.

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Das Expeditionsschiff Polarstern. © NDR Foto: Oliver Gressieker

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.04.2020 | 07:30 Uhr

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