Eine Frau liest den Warnhinweis am Otterstedter See, der auf Blaualgen hinweist. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt/dpa

Blaualgen: Behörden rechnen am Wochenende mit Badeverboten

Stand: 22.07.2021 12:23 Uhr

Die ersten Landkreise in Niedersachsen haben wegen der Blaualgen-Blüte Badeverbote verhängt. Wegen der erwarteten steigenden Temperaturen zum Wochenende rechnen Behörden mit weiteren Sperrungen.

In der Thülsfelder Talsperre (Landkreis Cloppenburg) und im Otterstedter See (Landkreis Verden) etwa darf sich zurzeit niemand erfrischen. Die auch Cyanobakterien genannten Blaualgen haben das Wasser bereits grünlich-bläulich verfärbt und mit Schlieren durchzogen. Auch im Zwischenahner Meer (Landkreis Ammerland), am Idasee (Landkreis Leer) und im Steinhuder Meer sind vermehrt Blaualgen gesichtet worden - noch sind sie laut Badegewässer-Atlas aber zugänglich.

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Badende sollten im knietiefen Wasser Füße sehen können

Nicht alle 273 niedersächsischen Badestellen werden täglich kontrolliert. Allerdings hat das Landesgesundheitsamt einen Tipp, wie jeder selbst die Wasserqualität prüfen kann: Wer im knietiefen Wasser seine Füße nicht mehr sieht, sollte lieber rausgehen, sagte eine Sprecherin dem NDR in Niedersachsen.

Alge kann Schwindel und Erbrechen verursachen

Blaualgen erschweren Rettungskräften bei Badeunfällen nicht nur die Sicht. Sie sind auch gesundheitsgefährdend, weil sie die Haut reizen und beim Verschlucken Schwindel, Übelkeit und Erbrechen verursachen können. Besonders für kleine Kinder seien Cyanobakterien gefährlich - auch wenn sie am Ufer spielen, so die Sprecherin.

Was macht Blaualgen zur Gefahr?

  • Blaualgen sind Bakterien und vermehren sich meist bei hohen Wassertemperaturen massenhaft. Betroffen sind vor allem große, flache Seen.
  • Wer in mit Blaualgen belastetem Wasser schwimmt, nimmt gesundheitliche Risiken auf sich. Die Haut wird gereizt, auch Übelkeit und Erbrechen sind mögliche Folgen.
  • Gefährlich wird es, wenn jemand große Mengen von Wasser mit Blaualgen verschluckt. Toxine der Cyanobakterien können Teile der Lunge lähmen, sodass der Betroffene ersticken kann.

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Dieses Thema im Programm:

Regional Oldenburg | 22.07.2021 | 15:00 Uhr

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