Stand: 01.03.2020 18:21 Uhr

Biotop durch LNG-Terminal gefährdet?

Der Bau des geplanten Terminals für Flüssiggas (LNG) in Wilhelmshaven wird sich möglicherweise deutlich verzögern oder sogar platzen. Der Grund: Experten haben nach Informationen von NDR Niedersachsen Hinweise auf ein schützenswertes Unterwasser-Biotop entdeckt. Es könnte dem Projekt des Energiekonzerns Uniper einen Strich durch die Rechnung machen. Das schützenswerte Biotop liegt unter Wasser und beherbergt Muscheln, Würmer und winzige Lebewesen, die zum Teil so klein sind, dass sie sich sogar in Hohlräumen zwischen Sandkörnern wohlfühlen. Hinweise auf das Biotop haben Experten entdeckt, die im Auftrag von Uniper den Meeresgrund untersuchen.

VIDEO: Geplantes LNG-Terminal: Biotop könnte Bau verhindern (3 Min)

Minister sehen Projekt nicht gefährdet

Laut Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) könnte sich der Bau des Flüssiggas-Terminal um zehn bis zwölf Monate verzögern. Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte NDR Niedersachsen, im Moment gingen alle davon aus, dass es sich um eine schützenswerte Struktur handle. Lies sieht das Projekt trotzdem nicht gefährdet und verweist darauf, dass es auch Ausnahmen vom strengen Bundesnaturschutzgesetz gebe. Holger Freund, Geoökologe der Uni Oldenburg warnte davor, die Wichtigkeit des Biotops zu unterschätzen. Letztendlich zählten da auch ein paar Würmer, die man nicht umsiedeln könne, sagte er.

Weitere Standorte im Rennen

Allerdings ist eh noch nicht endgültig entschieden, wo das LNG-Terminal gebaut wird. Neben Wilhelmshaven haben sich auch Stade und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein beworben. Möglicherweise erhöht das Biotop in der Jade die Chancen der konkurrierenden Standorte.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 01.03.2020 | 19:30 Uhr

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