Stand: 03.07.2014 14:12 Uhr

Bekommt Ostfriesland ein Zentralklinikum?

Haupteingang des Klinikums Aurich. © Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH
Das Krankenhaus in Aurich ist eines von drei Häusern, die beim Bau eines Zentralklinikums geschlossen werden würden. (Archivbild)

Die Krankenhäuser in Norden, Emden und Aurich machen seit einiger Zeit Verluste in Millionenhöhe. Emdens Oberbürgermeister Bernd Bornemann (SPD) und der Landrat des Landkreises Aurich, Harm-Uwe Weber (SPD) haben deshalb im vergangenen Jahr vorgeschlagen, die drei Häuser in einem Zentralklinikum in Georgsheil zusammenzufassen. Die Klinik mit 900 Betten soll Arbeitsplätze für 3.000 Menschen bieten und nach ersten Plänen etwa 250 Millionen Euro kosten. Die Politiker versprechen sich von der zentralen Einrichtung langfristig gesehen geringere Kosten und vor allem, dass mehr Fachärzte nach Ostfriesland ziehen. Emden und der Landkreis Aurich gaben zur Prüfung eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, die heute veröffentlicht wurde. Darin beschreiben die Verfasser einen Neubau als große Chance "zur dauerhaften Sicherung der medizinischen Versorgung". Doch es gibt auch zahlreiche Kritiker, die nichts von den Klinikplänen halten.

Gemeinden kritisieren die Pläne

Die Bürgermeister von Aurich, Heinz-Werner Windhorst (parteilos), und Norden, Barbara Schlag (Freie Wählergemeinschaft ZoB), äußerten sich in den vergangenen Monaten immer kritisch gegenüber den Plänen. Besonders die Patientenversorgung in den jeweiligen Gemeinden könnte unter der Zentralisierung leiden. Auch gebe es nicht genug Zeit, das Konzept zu prüfen: Bereits Ende Juli soll der Auricher Kreistag entscheiden, ob die Zentralklinik in der Gemeinde Südbrookmerland gebaut wird oder nicht.

Karte: Standort der geplanten Zentralklinik

Machbarkeitsstudie favorisiert Klinikzentralisierung

Die Verfasser der Machbarkeitsstudie kritisieren dagegen, dass sich die Kliniken einzeln nicht konzeptionell weiterentwickeln könnten und die räumliche Trennung zu einer Verminderung der medizinischen Qualität führe. Auch eine Fusion der drei Krankenhäuser sei demnach nicht sinnvoll. Auch die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft sieht das Risiko von Klinikschließungen wegen finanzieller Probleme. "In der Zentralklinik kann nach Auffassung der Gutachter ein innovatives Medizinkonzept mit neuen Schwerpunkten und Zentren realisiert werden", so das Ergebnis. "Die Fusion der drei Standorte und der Bau einer Großklinik sind alternativlos, sonst stehen die Häuser auf Dauer vor der Existenzfrage", so ein Sprecher der Stadt Emden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.07.2014 | 09:00 Uhr

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